von wk 24.10.2026 16:38 Uhr

Rittner übernimmt Italiens Eissport: Rottensteiner neuer FISG-Präsident

Thomas Rottensteiner steht künftig an der Spitze des italienischen Eissportverbandes. Der 63-jährige Südtiroler setzte sich bei der Wahl in Bozen mit deutlicher Mehrheit durch. Der ehemalige Bobfahrer nahm selbst zweimal an Olympischen Spielen teil.

Thomas Rottensteiner (Foto: Vanna Antonello - Fisg)

Der Unternehmer vom Ritten erhielt bei der Verbandsversammlung am Samstag in Bozen 1.597 Stimmen und damit 77,29 Prozent. Seine Gegenkandidatin Federica Manzoni Pesenti kam auf 468 Stimmen beziehungsweise 22,65 Prozent.

Damit steht nach zwölf Jahren wieder ein Südtiroler an der Spitze des italienischen Eissports. Rottensteiner folgt auf Andrea Gios und übernimmt den Verband für die Amtszeit von 2026 bis 2030.

Deutlicher Wahlsieg in Bozen

Die Wahl fand bei der 48. ordentlichen FISG-Verbandsversammlung statt. Wie die FISG mitteilt, wurde Walter Andriolo zum Vizepräsidenten gewählt.

Bereits im Juli hatte der Verband einen neuen Präsidenten bestimmen wollen. Der damalige Amtsinhaber Gios verfehlte bei seiner Kandidatur für eine vierte Amtszeit jedoch die dafür notwendige Zweidrittelmehrheit. Deshalb musste die Wahl erneut angesetzt werden.

Bemerkenswert ist die Deutlichkeit von Rottensteiners Erfolg: Die 79 Südtiroler Eissportvereine verfügten vor der Wahl über rund ein Drittel der Stimmrechte. Seine 77,29 Prozent zeigen somit, dass der Rittner weit über Südtirol hinaus Unterstützung erhielt.

Zweimal bei Olympischen Spielen dabei

Rottensteiner wurde am 15. März 1963 in Bozen geboren. Als Bobfahrer nahm er für Italien an den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary und 1992 in Albertville teil. In beiden Fällen startete er im Viererbob.

Später wechselte er in die Führungsebene des Eissports. Von 2004 bis 2021 leitete er die Rittner Buam. Während seiner 17-jährigen Amtszeit gewann der Verein fünf italienische Meistertitel, drei Italienpokale, fünf Supercups und einmal die Alps Hockey League. Zuletzt war Rottensteiner vier Jahre lang Vizepräsident der FISG.

Große internationale Veranstaltungen als Ziel

Für seine Amtszeit hat sich Rottensteiner ehrgeizige Ziele gesetzt. Er will internationale Großveranstaltungen nach Italien holen. Genannt hat er unter anderem Weltmeisterschaften im Eisschnelllauf und Shorttrack, einen Grand Prix im Eiskunstlauf sowie langfristig sogar eine Eishockey-Weltmeisterschaft der höchsten Division.

Weitere Schwerpunkte sollen die Nachwuchsarbeit, eine stärkere Unterstützung der Vereine und eine bessere mediale Sichtbarkeit der Eissportarten sein. Rottensteiner will den Schwung der Olympischen Winterspiele von Mailand und Cortina nutzen und die verschiedenen Disziplinen auch außerhalb ihrer bisherigen Hochburgen bekannter machen.

Mit dem ehemaligen italienischen Nationaltorhüter Andreas Bernard aus Kaltern wurde zudem ein weiterer Südtiroler als Vertreter der Athleten in den Verbandsrat gewählt. Martin Wenter und Karol Pescosta gehören dem neuen Führungsgremium ebenfalls an. Hugo Perathoner übernimmt den Vorsitz im Kollegium der Rechnungsprüfer.

 

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