Trotz Arbeit und Einkommen: Eltern von 4 Kindern schlafen im Auto

Arbeit, ein geregeltes Einkommen und seit zwei Jahrzehnten in Bozen zu Hause: Trotzdem steht die Familie Janina derzeit ohne Wohnung da. Seit rund zehn Tagen schlafen die Eltern im Auto. Ihre vier minderjährigen Kinder mussten vorübergehend bei befreundeten Familien untergebracht werden.
Wohnung für Tochter des Eigentümers benötigt
Die Familie lebte bislang in einer Wohnung in der Neubruchstraße. Dafür bezahlte sie monatlich 750 Euro Miete sowie rund 150 Euro Nebenkosten. Mietrückstände soll es keine gegeben haben. Nach Angaben der Familie benötigte der Eigentümer die Wohnung für seine Tochter.
Schon vor dem Auszug suchten Anna und Erjon Janina intensiv nach einer neuen Bleibe – nicht nur in Bozen, sondern auch in Meran, Salurn und anderen Orten Südtirols. Eine geeignete Mietwohnung fanden sie dennoch nicht.
Der Vater arbeitet als Fahrer bei Despar und verfügt über ein regelmäßiges Einkommen. Nach seiner Darstellung scheiterten mehrere Anfragen spätestens dann, wenn Vermieter erfuhren, dass das Paar vier Kinder hat.
Kinder bei Freunden untergebracht
Die vier Kinder sind 17 und zwölf Jahre alt, die beiden jüngsten sind neunjährige Zwillinge. Alle wurden in Bozen geboren und besuchen dort die Schule. Weil die Familie keine gemeinsame Unterkunft fand, mussten die Kinder vorübergehend auf mehrere befreundete Familien aufgeteilt werden.
Die Eltern verbrachten zunächst einige Nächte in einem Hotel. Auf Dauer konnten sie sich diese Lösung jedoch nicht leisten. Seither schlafen sie in ihrem Auto.
Keine Almosen, sondern ein Zuhause
Bei den Sozialdiensten habe die Familie um Hilfe ersucht und sei an Caritas und Volontarius verwiesen worden. Eine finanzielle Unterstützung lehnten die Eltern nach eigenen Angaben ab. Sie wollten keine Almosen, sondern eine Wohnung mieten und selbst dafür bezahlen.
Sollte sich keine rasche Lösung finden, erwägt die Familie, Südtirol zu verlassen und nach Albanien zurückzukehren. Nach 20 Jahren in Bozen wäre dies für die Eltern und vor allem für ihre hier geborenen Kinder ein einschneidender Schritt.
Der Fall zeigt, wie angespannt der Südtiroler Wohnungsmarkt mittlerweile ist: Selbst ein festes Einkommen schützt Familien offenbar nicht mehr davor, ohne Unterkunft dazustehen.
Quelle: Alto Adige






