von wk 20.10.2026 19:23 Uhr

1,2 Milliarden Euro mehr: Brennerbasistunnel kommt erst 2034

Die Inbetriebnahme des BBT verschiebt sich um zwei Jahre. Die Betreibergesellschaft nennt zusätzliche Bauarbeiten und eine Anpassung der Bahntechnik als Gründe für die Verzögerung und die höheren Kosten.

(Archiv/APA/EXPA)

Die nächste Verzögerung beim Brennerbasistunnel ist offiziell: Die Inbetriebnahme des grenzüberschreitenden Bahnprojekts ist nun für 2034 vorgesehen. Bisher war geplant, dass die ersten Züge 2032 durch den Tunnel fahren. Gleichzeitig steigen die veranschlagten Gesamtkosten von 10,5 auf 11,7 Milliarden Euro – ein Plus von 1,2 Milliarden Euro.

Wie die BBT SE mitteilte, wurde das Bauprogramm aktualisiert. Die technische Planung sei an den heutigen Stand der Technik und die geltenden Sicherheitsanforderungen angepasst worden. Die dafür notwendigen zusätzlichen Bauarbeiten und die Integration der Bahntechnik erforderten mehr Zeit und Geld.

Erkundungsstollen wird zum Servicetunnel

Ein wesentlicher Teil der Anpassungen betrifft den Erkundungsstollen. Er soll zu einem Servicetunnel weiterentwickelt werden. Nach Angaben der BBT SE könnten dadurch während des späteren Betriebs Unterbrechungen für Instandhaltungsarbeiten deutlich reduziert und die Verfügbarkeit des Tunnels erhöht werden.

Die beiden Vorstände der BBT SE, Umberto Lebruto und Martin Gradnitzer, betonten, der Tunnel müsse höchsten Anforderungen an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Betrieb gerecht werden. Das Projekt solle außerdem dazu beitragen, den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

Mattle spricht von Rückschlag

Tirols Landeshauptmann Anton Mattle bezeichnete die neuerliche Verzögerung als Rückschlag. Die Nutzung des Erkundungsstollens als Servicetunnel sei technisch nachvollziehbar, führe nun aber zu weiteren Bauverzögerungen und einer Verteuerung des Projekts.

Verkehrsminister Peter Hanke nannte die Mehrkosten und die Verschiebung unerfreulich. Er erwarte, dass die BBT SE den neuen Zeitplan einhalte und mit strikter Kostendisziplin umsetze. Die Tiroler Bevölkerung müsse sich darauf verlassen können, dass das Projekt nun mit voller Kraft vorangetrieben werde.

 

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