von wk 20.10.2026 14:50 Uhr

Tierheim Naturns arbeitet weiter – Verein sucht Paten für seine Schützlinge

Nach der Schließung der eigenen Einrichtung in Ulten setzt der Verein auf externe Tierheime und Pflegestellen. In rund 18 Monaten konnte er etwa 50 Tieren helfen.

Verein EO Tierheim Naturns

Der Tierschutzverein EO Tierheim Naturns hat seine Einrichtung in Ulten im April 2025 geschlossen. Seine Arbeit für Tiere in Not führt der Verein seither ohne Unterbrechung fort. Zugleich fordert er verlässliche Rahmenbedingungen für die Unterbringung und Versorgung von Tieren in Südtirol.

Zusammenarbeit mit dem Tierheim Sill

Der Verein hebt die gute Zusammenarbeit mit dem Tierheim Sill hervor. Sie sei menschlich, konstruktiv und von gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Ausdrücklich würdigt der Tierschutzverein das Team um Dr. Christian Piffer und Dr. Klaus Friedrich. Petra, Marco, Elke und Fabiana kümmerten sich täglich um Tiere, deren Versorgung und Vermittlung oft viel Geduld, Erfahrung und persönlichen Einsatz erfordere.

Die Anerkennung der Mitarbeiter und die Forderung nach besseren Rahmenbedingungen gehörten zusammen, betont der Verein. Wer auf fehlende Unterbringungsmöglichkeiten hinweise, stelle damit den Einsatz der Beschäftigten nicht infrage. Vielmehr brauche es ausreichende Kapazitäten und verlässliche Unterstützung.

Schließung aus wirtschaftlichen und personellen Gründen

Der Verein stellt zugleich klar, weshalb er seine Einrichtung in Ulten geschlossen hat. Die Unterbringung befand sich in einem ehemaligen Schlachthaus auf einem privaten Grundstück. Der Verein sei weder in einem Mehrfamilienhaus untergebracht gewesen noch habe er den Standort auf Wunsch der Gemeinde oder der Eigentümer verlassen müssen. In Ulten sei man herzlich aufgenommen und unterstützt worden; dafür sei der Verein „bis in die Ewigkeit dankbar“.

Mit acht Boxen habe die Einrichtung allerdings nur einen kleinen Teil des Bedarfs abdecken können und zugleich erhebliche finanzielle und personelle Mittel benötigt. Konkrete politische Signale für eine zeitnahe Verbesserung der Rahmenbedingungen hätten gefehlt. Unter diesen Voraussetzungen habe der Verein keine tragfähige Perspektive für den Weiterbetrieb gesehen.

Hilfe für rund 50 Tiere

Seit der Schließung setzt der Verein seine Mittel für Tiere ein, die in externen Einrichtungen oder auf Pflegestellen untergebracht sind. Die Kosten dafür trägt er nach eigenen Angaben vollständig selbst. Außerdem unterstützt er Menschen in finanziellen Notlagen bei den Versorgungskosten ihrer Tiere und spendet Tierfutter an Südtiroler Tafeln.

In den vergangenen rund 18 Monaten konnte der Verein etwa 50 Tieren helfen. Möglich sei dies durch den Einsatz von Mitarbeitern, Ehrenamtlichen, Pflegestellen und Unterstützern sowie durch die Zusammenarbeit mit dem Tierheim Sill, dem Tierschutzverein Vinschgau und den tierärztlichen Diensten in Bozen und Meran gewesen. Genannt werden dabei die Teams rund um Dr. Christian Piffer und Dr. Franz Hintner.

Die gemeinsame Arbeit zeige, was möglich sei, mache aber auch deutlich, wie sehr die Hilfe derzeit vom persönlichen Einsatz Einzelner und von Spenden abhänge. Dauerhaft lasse sich der Bedarf damit allein nicht decken.

Verein sucht Paten und Pflegestellen

Dass weitere Unterbringungsmöglichkeiten konkret geplant werden, begrüßt der Tierschutzverein. Entscheidend sei, dass daraus eine verlässliche Entlastung für Tiere, Tierheimmitarbeiter, Vereine und Pflegestellen entstehe. Seine Erfahrung und Mitarbeit wolle der Verein weiterhin einbringen.

Für Tiere, die derzeit in externen Einrichtungen oder auf privaten Pflegestellen leben, sucht der Verein dringend Paten. Regelmäßige finanzielle Beiträge helfen, die Kosten für Unterbringung, Futter und tierärztliche Versorgung zu tragen und geben dem Verein mehr Planungssicherheit. Auch einmalige Spenden, eine Mitgliedschaft oder ehrenamtliche Mitarbeit seien willkommen. Wer eine Patenschaft übernehmen oder vorübergehend eine Pflegestelle anbieten möchte, kann sich beim Tierschutzverein EO Tierheim Naturns melden.

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