von lif 19.10.2026 14:01 Uhr

Energiepreise steigen: So viel lässt sich mit einem Fixtarif sparen

Die Energiepreise ziehen bei Strom und Gas an. Wie die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) mitteilt, zeichnen sich für viele Tarifformen deutliche Teuerungen ab. Ein aktueller Vergleich von Angeboten mit Fixpreis zeigt aber, dass sich mit einem Wechsel noch Geld sparen lässt.

Bild: APA/THEMENBILD

Besonders stark trifft es die sogenannten schutzbedürftigen Kunden, also Senioren, Menschen mit Beeinträchtigung oder Empfänger von Energieboni. Sie zahlen im vierten Trimester 2026 um 37,3 Prozent mehr als im Sommer. Für den „typischen“ Kunden der Aufsichtsbehörde ARERA mit 2.000 Kilowattstunden Verbrauch und drei Kilowatt Leistung stieg der Preis auf 43,40 Cent pro Kilowattstunde. Im Trimester davor waren es 31,63 Cent. Auch der Tarif des graduellen Schutzes ist inzwischen teurer geworden. Er läuft Ende März 2027 aus. Für Südtirol ist der Anbieter „Enel Energia“, der die Kundschaft über das Ende informiert und ein Angebot macht. Die VZS rät, dieses mit anderen Angeboten zu vergleichen, und zwar schon jetzt.

Am freien Markt gibt es laut VZS derzeit mehr Sparpotenzial, vor allem bei Fixpreisen. Variable Tarife bringen weniger. In den Schutztarif zu wechseln lohne sich derzeit nicht. Beim Wechsel zu einem Fixpreis sollte man darauf achten, ob der Anbieter bei vorzeitigem Ausstieg eine Strafe verlangt. Im Vergleich der VZS für einen Haushalt in Bozen mit 2.700 Kilowattstunden Jahresverbrauch liegt der günstigste Fixtarif bei rund 726 Euro im Jahr. Der Schutztarif kostet geschätzt 896 Euro. Der teuerste verglichene Fixtarif liegt bei rund 873 Euro.

Gas: Auch hier steigen die Preise

Beim Gas steigen vor allem die variablen Tarife. Der Schutztarif legte im September gegenüber dem August um 12,7 Prozent zu. Auch hier lohnt sich ein Wechsel dorthin derzeit nicht. Wegen der unsicheren Lage auf den Energiemärkten kann es laut VZS sinnvoll sein, ein Angebot mit Festpreis über mehrere Jahre zu prüfen. Für einen Haushalt in Bozen mit 1.400 Standardkubikmetern Verbrauch liegt der günstigste Fixtarif bei rund 1.840 Euro im Jahr. Im Schutztarif sind es geschätzt 2.291 Euro. Das ergibt eine Ersparnis von rund 450 Euro.

Bonus für Familien mit geringem Einkommen

Familien mit einem ISEE Wert unter 9.796 Euro erhalten einen Bonus für Strom und Gas. Bei mindestens vier unterhaltsberechtigten Kindern liegt die Grenze bei 20.000 Euro. Für 2026 ergibt sich ein Betrag zwischen 261 und 319,40 Euro, je nach ISEE und Zahl der Haushaltsmitglieder. Voraussetzung ist die Einheitliche Ersatzerklärung (DSU), die jedes Jahr neu eingereicht werden muss. Ist ein gültiger ISEE Wert unter der Schwelle vorhanden und erfüllen die Verträge die Voraussetzungen, wird der Bonus automatisch für zwölf Monate gewährt.

Auch beim Gas gibt es einen Sozialbonus. Er hängt von der Zahl der Haushaltsmitglieder, vom Einkommen und von der Klimazone ab. Bei Zentralheizungen in Mehrparteienhäusern müssen Begünstigte zusätzlich die Zählernummer des gemeinsamen Anschlusses melden.

Der Preisvergleich beruht auf dem Vergleichsportal der ARERA (www.ilportaleofferte.it) und wurde am 5. Oktober aktualisiert. Die Kosten sind Schätzwerte, die VZS empfiehlt deshalb, vor Vertragsabschluss eine persönliche Kostenschätzung einzuholen und die Unterlagen genau zu lesen. Wer Hilfe braucht, kann sich an die Beratungsstellen der VZS wenden.

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