von lif 19.10.2026 12:33 Uhr

Rente 2050: Reicht das noch?

Immer weniger Erwerbstätige müssen immer mehr ältere Menschen mitfinanzieren. Wie das Arbeitsförderungsinstitut AFI mitteilt, gefährdet das die Renten künftiger Generationen, vor allem bei Menschen mit Unterbrechungen im Berufsleben, mit Teilzeitarbeit oder schlecht bezahlten Jobs. Darüber wurde am vergangenen Freitag bei einem Webinar der Reihe „AFI im Dialog“ gesprochen.

Symbolbild von Wolfgang Eckert auf Pixabay

Laut den Prognosen des Landesinstituts für Statistik ASTAT kommen heute auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter 33,8 Personen ab 65 Jahren. Im Jahr 2043 werden es 48,7 sein. Dadurch sinkt das Verhältnis zwischen dem letzten Einkommen und der ersten Rente. Der Rentensimulator der AFI Forscherin Martina Cunial zeigt zudem, dass schon wenige Jahre Pause im Berufsleben die Rente deutlich schmälern können.

Italien gibt mit 16,1 Prozent der Wirtschaftsleistung bereits viel für Renten aus. Um das abzufedern, braucht es laut AFI mehr Menschen in Arbeit, höhere Produktivität, gezielte Zuwanderung und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, damit wieder mehr Kinder geboren werden.

Wer durchgehend arbeitet, ist besser dran

Luisa Gnecchi, frühere Landesrätin für Arbeit und heute Mitglied des nationalen Verwaltungsrats des NISF/INPS, erklärt, dass durchgehende Erwerbsbiografien und Vollzeitarbeit zu angemessenen Renten führen. Wer saisonal oder in Teilzeit gearbeitet hat, muss mit deutlich weniger rechnen. „Jeder Mensch hat eine eigene Situation“, sagt Gnecchi, es brauche eine maßgeschneiderte Beratung. Besonders benachteiligt bleiben Frauen, denn sie arbeiten wegen der Betreuung von Kindern oder Angehörigen kürzer, sind oft unfreiwillig in Teilzeit und verdienen in vielen Berufen weniger.

Eine zweite Säule aufbauen

Matteo Caracristi von Pensplan nennt eine kapitalgedeckte Zusatzvorsorge eine grundlegende Entscheidung. Wer seine Abfertigung in einen Zusatzrentenfonds einzahlt, profitiert von steuerlichen Vorteilen und einem Beitrag des Arbeitgebers. Der Beitritt allein genüge aber nicht, die Beschäftigten müssten auch verstehen, wie ein Rentenfonds funktioniert. Sonst entscheiden sich viele laut Caracristi dafür, keine Entscheidung zu treffen. Pensplan bietet deshalb seit 2023 Finanzbildungskurse an Schulen an, dazu kommen 152 Infopoints in der Region.

Was die öffentliche Hand tut

Eugenio Bizzotto, Direktor der Agentur für soziale und wirtschaftliche Entwicklung, verwies auf die Rentenabsicherung der Region für Zeiten der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen. Das Land zahlt außerdem Menschen über 65 Jahren mit einem ISEE Wert unter 20.000 Euro im Jahr und einer Bruttorente unter 1.000 Euro im Monat einen Zuschuss, der den fehlenden Betrag ausgleicht. Zudem hat der Staat neue Anreize für Pensionsfonds für Neugeborene geschaffen.

In der Diskussion wurde betont, dass Schwarzarbeit vermieden und Steuerhinterziehung konsequent bekämpft werden muss. So steigen die regulär bezahlten Beiträge, und öffentliche Mittel müssen nicht für fehlende Rentenansprüche von irregulär Beschäftigten aufkommen.

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