Wipptal schlägt Alarm: A22-Stau treibt Verkehr auf Staatsstraße

Die Brennerstaatsstraße ist derzeit deutlich stärker belastet als üblich: Statt der normalen 11.000 bis 12.000 Fahrzeuge pro Tag werden rund 15.000 gezählt. An Spitzentagen steigt die Zahl laut einem Bericht der Neuen Südtiroler Tageszeitung auf bis zu 17.000 Fahrzeuge. Staus auf der A22 führen dazu, dass Verkehrsteilnehmer durch Gossensaß und über Nebenstraßen ausweichen.
Navigationsgeräte führen Verkehr auf Nebenstraßen
Besonders problematisch ist die enge Steckholzstraße. Am vergangenen Wochenende leiteten Navigationsgeräte Fahrzeuge über die Straße, obwohl sie Einsatzkräften als Rettungsweg dient. Die Ausweichrouten belasten damit auch Straßen, die für den zusätzlichen Verkehr nicht vorgesehen sind.
Brenners Bürgermeister Martin Alber fordert deshalb schärfere Kontrollen des Lkw-Durchfahrtsverbots. Außerdem sollten Hinweise auf das Verbot bereits auf der Autobahn angebracht werden, damit Lastwagen gar nicht erst von der A22 abfahren.
Längenverbot gilt seit Dezember 2025
Seit 23. Dezember 2025 dürfen Lkw mit einer Länge von mehr als zehn Metern nicht mehr durch Gossensaß fahren. Ausgenommen ist der Ziel- und Quellverkehr in den betroffenen Orten. Das Land hatte die Maßnahme damit begründet, die Abfahrten von der A22 „drastisch“ reduzieren und die Ortschaften vor Lärm und Abgasen schützen zu wollen. Südtiroler Landesverwaltung
Die aktuellen Zahlen zur Gesamtzahl der Fahrzeuge zeigen allerdings nicht, wie viele Lkw das Verbot missachten oder wie viele Kontrollen und Strafen es bisher gegeben hat. Diese Angaben wären nötig, um die Wirkung der Maßnahme beurteilen zu können.
Auch Umfahrung bleibt ein Thema
Offen ist außerdem, wann die geplante Umfahrung von Gossensaß tatsächlich gebaut wird. Sie soll den Ort vom Durchzugsverkehr entlasten; die Landesregierung genehmigte 2024 die entsprechende Änderung der Bauleitpläne.
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