Alperia-Spitzenposten: Team K kritisiert politische Besetzungen

Der Verwaltungsrat von Alperia hat die Präsidenten der sieben Beteiligungsgesellschaften ernannt. Die Besetzungen seien das Ergebnis einer Vereinbarung zwischen SVP und Mitte-Rechts-Parteien, kritisiert das Team K. Drei der sieben Präsidenten gehören der italienischen Sprachgruppe an, zwei sind Frauen und fünf Männer. Fachkenntnisse im Energiesektor seien bei der Auswahl offenbar kein entscheidendes Kriterium gewesen.
Dabei handelt es sich um einen öffentlichen Konzern, der grundlegende Dienstleistungen für Haushalte und Unternehmen erbringt – darunter Wasserkraft, Energiehandel, Fernwärme und Stromverteilung. Im vergangenen Jahr schüttete Alperia 38 Millionen Euro an Land und Gemeinden aus. Die Präsidentenämter sind mit jeweils 35.000 Euro jährlich vergütet.
„Leider sehen wir nicht nur bei Alperia, sondern bei allen öffentlichen Gesellschaften dasselbe Muster. Der politische Einflussbereich dient den Parteien heute dazu, Posten zu verteilen – ohne Rücksicht auf die Unternehmen selbst, die oft eine entscheidende Rolle bei der Erbringung öffentlicher Dienstleistungen spielen“, erklärt Team-K-Chef Paul Köllensperger.
Vorschlag für Branchenexperten
Dem Team K gehe es nicht um einzelne Personen, sondern um die Art der Besetzung. Bereits im Juli 2024 habe die Partei im Landtag vorgeschlagen, einen Teil der Verwaltungsratssitze öffentlicher Beteiligungsgesellschaften für Personen mit passender Ausbildung und beruflicher Erfahrung zu reservieren. Voraussetzung sollten mindestens fünf Jahre Erfahrung in der jeweiligen Branche sein. Zusätzlich sollte ein öffentliches Verzeichnis geeigneter Kandidaten eingerichtet werden.
Als Beispiel nennt das Team K Dolomiti Energia. Das Unternehmen lege jährlich die Kompetenzen seines Verwaltungsrats offen, aufgeschlüsselt nach Bereichen wie Energie, Recht, Finanzen und Industrie. Bei Alperia seien zwar Juristen und Wirtschaftsberater vertreten, kritisiert die Partei. Niemand von ihnen verfüge jedoch über Branchenerfahrung im Energiesektor.
Reform der Bozner Ernennungskommission
Auch in Bozen fordern die Gemeinderäte Matthias Cologna und Thomas Brancaglion eine Reform. Im vergangenen September hätten sie vorgeschlagen, die Regeln der Ernennungskommission zu überarbeiten. Diese gehen laut Team K auf einen Beschluss aus dem Jahr 1995 zurück.
Künftig sollten Positionen online ausgeschrieben und klare Anforderungsprofile veröffentlicht werden. Zudem soll es möglich sein, sich selbst zu bewerben. Eine unabhängige Expertenkommission soll die Kandidaten bewerten. Namen, Lebensläufe und Sitzungsprotokolle sollen veröffentlicht werden; außerdem soll ein öffentlich zugängliches Verzeichnis aller Ernennungen entstehen.
„Wir wollen der Politik nicht das Recht nehmen, Entscheidungen zu treffen. Wir verlangen, dass sie unter fachlich qualifizierten Personen auswählt und dabei transparent vorgeht“, erklären Cologna und Brancaglion. „Andernorts wird gefordert, wieder zu einer Denkweise zurückzukehren, die von Ingenieurskompetenz geprägt ist. Bei uns ist die Sachkenntnis die einzige Voraussetzung, die in der Liste fehlt.“






