Gastbeitrag von

Pius Leitner

12.10.2026

Wer Personal braucht, braucht auch Wohnraum

In Zusammenhang mit einem geplanten Hotelbetrieb in Villnöss hat dessen Betreiber Franz Hinteregger eine bemerkenswerte Aussage gemacht („Die Neue Südtiroler Tageszeitung“ vom 10. Oktober 2026). Laut Hinteregger sollten („müssen“) Betriebe selbst Unterkünfte für ihre Mitarbeiter bauen. Diese Forderung ist mutig und verdient Respekt; neu ist sie nur insofern, dass sie erstmals öffentlich aus dem Mund eines Hoteliers bzw. Unternehmers kommt. Anzumerken ist aber auch, dass es sehr wohl Betriebe gibt, die bereits heute für die Unterbringung ihrer Mitarbeiter sorgen.

Die Tür zum Gästezimmer steht offen – doch wo wohnen die Mitarbeiter? (Symbolbild von ming dai auf Pixabay)

Mitarbeiter ja – Wohnungen auch!

Wer ein gutes Gedächtnis hat, wird sich daran erinnern, dass die Freiheitlichen bereits seit 25 Jahren darauf pochen, dass jene, die nach Arbeitskräften aus dem Ausland rufen, sich auch an den Folgekosten der Einwanderung beteiligen müssen, zumal an der Bereitstellung von Wohnraum.

Kernaussage: es darf nicht sein, dass in diesem Zusammenhang Kosten sozialisiert und Gewinne privatisiert werden.

Verantwortung statt Bettenhunger

Niemand bezweifelt, dass angesichts des demographischen Wandels Bedarf an Arbeitskräften von außen besteht. Man darf aber erwarten, dass sich die Unternehmer ihrer Verantwortung bewusst sind und grundsätzlich selber für die Unterbringung ihrer Mitarbeiter und gegebenenfalls deren nachziehenden Angehörigen sorgen.

Gerade im Tourismus, der aktuell im Kreuzfeuer der Kritik steht, besteht Handlungsbedarf. Wenn etwa bei der Ausstellung einer Baukonzession der Nachweis für Mitarbeiterunterkünfte erbracht werden müsste, würde sich der Bettenhunger beachtlich reduzieren und der Druck vom Wohnungsmarkt genommen.

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