Wasserpreise: Wo Südtiroler am meisten zahlen

Wie der Verbraucherschutzverein Robin mitteilt, zeigen Zahlen des Landesinstituts für Statistik ASTAT große Unterschiede bei den Kosten für Trinkwasser und Abwasser. Verglichen wurde ein Haushalt mit vier Personen, der im Jahr 200 Kubikmeter Wasser verbraucht. Am günstigsten ist demnach Proveis mit 272 Euro im Jahr. Am teuersten ist Truden im Naturpark mit 745,80 Euro. Das ist ein Unterschied von 174 Prozent. Wer in Proveis 100 Euro zahlt, müsste in Truden also 274 Euro zahlen.
Die günstigsten Gemeinden
- Proveis: 272,00 Euro
- Laurein: 292,60 Euro
- Nals: 305,01 Euro
- Plaus: 312,40 Euro
- Taufers im Münstertal: 321,02 Euro
Die teuersten Gemeinden
- Truden im Naturpark: 745,80 Euro
- Welsberg Taisten: 708,40 Euro
- Moos in Passeier: 682,60 Euro
- Mölten: 662,00 Euro
- Tramin an der Weinstraße: 651,88 Euro
Höherer Preis heißt nicht automatisch zu teuer
Robin betont, dass man deshalb keine Gemeinde an den Pranger stellen wolle. Die Kosten hängen von vielen Dingen ab, etwa von der Lage, von weit verstreuten Häusern, vom Leitungsnetz oder von den Kläranlagen. Eine Gemeinde mit schwierigem Gelände kann deshalb mehr ausgeben müssen als eine mit kurzen Wegen. „Nicht jeder höhere Tarif ist automatisch ungerechtfertigt“, sagt Walther Andreaus, Geschäftsführer von Robin. „Aber jeder erhebliche Preisunterschied verdient eine nachvollziehbare Erklärung.“
Bürger sollen wissen, wofür sie zahlen
Der Verein fordert deshalb mehr Offenheit. Gemeinden sollen verständlich erklären, wie sich die Gebühren zusammensetzen. Dazu gehören etwa die Kosten für Betrieb und Personal, für Investitionen und für die Reinigung des Abwassers. Auch sollte sichtbar sein, wie viel über Gebühren und wie viel aus dem Gemeindehaushalt bezahlt wird. Wo es wichtig ist, sollte auch die Belastung durch Tourismus und Zweitwohnungen dargestellt werden.
Anders als bei Strom oder Telefon könne man beim Wasser den Anbieter nicht wechseln, so Robin. Umso wichtiger sei es, dass die Menschen verstehen, was sie bezahlen. „Gute Transparenz kostet weniger als verlorenes Vertrauen“, sagt Andreaus.






