von wk 08.10.2026 10:25 Uhr

Mehr als jede zweite Zahlung unter 20 Euro: hds fordert Gebührenfreiheit

Mehr als die Hälfte der Zahlungen in Geschäften des Euroraums liegt laut Wirtschaftsverband hds unter 20 Euro. Gerade bei diesen Beträgen können fixe Zahlungsgebühren die Gewinnspannen kleiner Betriebe empfindlich schmälern. Für den geplanten digitalen Euro fordert der Verband deshalb: Kleinstzahlungen müssen gebührenfrei sein.

Symbolbild von Engin Akyurt auf Pixabay

Kleine Beträge, spürbare Kosten

Für kleine und familiengeführte Betriebe ist die Kostenfrage besonders wichtig. Wenn bei niedrigen Rechnungsbeträgen fixe Gebühren anfallen, belasten diese die Marge überproportional. Dass mehr als jede zweite Zahlung im Geschäft unter 20 Euro liegt, verdeutlicht nach Darstellung des hds die Bedeutung günstiger Zahlungsbedingungen.

„Wenn Europa ein neues digitales Zahlungsmittel schafft, muss es für die Betriebe einen konkreten Mehrwert bringen: weniger Kosten, einfache Anwendung und keine zusätzlichen Investitionen“, betont hds-Präsident Philipp Moser. „Vor allem Kleinstzahlungen müssen gebührenfrei sein.“

Ergänzung zum Bargeld

Der digitale Euro ist als digitale Form des Zentralbankgeldes vorgesehen. Er soll Bargeld ergänzen, nicht ersetzen. Zahlungen wären damit im Geschäft, im Internet und zwischen Privatpersonen möglich – auch ohne Internetverbindung.

Die Europäische Zentralbank bereitet eine mögliche Einführung vor. Nach den vom hds genannten Planungen wird die Verabschiedung der europäischen Rechtsgrundlage noch 2026 angestrebt. Ein Pilotbetrieb soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 beginnen. Für eine mögliche erste Ausgabe will das Eurosystem 2029 bereit sein. Die endgültige Entscheidung über die Einführung trifft die EZB erst nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens.

Keine neuen Geräte und teuren Umstellungen

Der hds verlangt außerdem, dass sich der digitale Euro ohne neue Geräte oder kostspielige Umstellungen in bestehende POS-Terminals, Registrierkassen und Online-Zahlungssysteme einbinden lässt. Die Möglichkeit, offline zu bezahlen, soll den Zahlungsverkehr auch bei Netzstörungen oder technischen Ausfällen sichern.

„Der digitale Euro bietet die Chance, mehr Wettbewerb in den Zahlungsverkehr zu bringen und Europas Abhängigkeit von wenigen internationalen Zahlungsanbietern zu verringern. Diese Chance muss aber auch bei den Unternehmen ankommen“, erklärt Moser.

Seine Forderung ist klar: „Ein digitaler Euro ist dann ein Fortschritt, wenn er das Bezahlen einfacher, günstiger und sicherer macht. Für unsere Betriebe darf daraus keine neue Kosten- und Bürokratierunde entstehen.“

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