von wk 08.10.2026 08:04 Uhr

Streit um Aluminium Bozen

Aluminium Bozen will seinen Produktionsstandort vollständig in Bozen erhalten. Einen Umzug oder die Suche nach einem Ersatzstandort schließt das Unternehmen aus. Nun ist das Land am Zug: Die Konzession für das Gelände der Gießerei läuft 2030 aus.

Symbolbild/Pixabay-rualuminas

Unternehmen bekennt sich zum Standort Bozen

Im Ringen um die Zukunft von Aluminium Bozen hat das Unternehmen eine klare Position bezogen. Bei einem Treffen mit der Südtiroler Landesverwaltung am Mittwoch, 7. Oktober, bekräftigte die Eigentümerseite, den gesamten Produktionsstandort in Bozen erhalten zu wollen.

Die Gießerei auf dem landeseigenen Grundstück und das angrenzende firmeneigene Werk bildeten nach Auffassung des Unternehmens eine untrennbare Produktionseinheit. Weder eine Verlagerung noch ein alternativer Standort würden derzeit geprüft.

Belegschaft deutlich gewachsen

Aluminium Bozen verweist auf die lange Geschichte des Standortes: Die Aluminiumindustrie ist seit 1936 in der Bozner Industriezone verwurzelt. Unter der gegenwärtigen Führung sei die Zahl der Beschäftigten von 103 auf rund 160 gestiegen. Gleichzeitig habe auch die Bedeutung des Betriebes für Zulieferer und andere Unternehmen in der Umgebung zugenommen.

Eine Verlagerung eines funktionierenden und wachsenden Betriebes wäre aus Sicht des Unternehmens nicht sinnvoll. Dies gelte umso mehr, wenn dafür öffentliche Gelder aufgewendet werden müssten.

Land plant Erweiterung des NOI Techparks

Der entscheidende Streitpunkt ist die Konzession für das Grundstück der Gießerei. Das Gelände gehört dem Land Südtirol, die bestehende Konzession läuft im Jahr 2030 aus. Die Landesverwaltung hatte erwogen, die Fläche künftig für eine Erweiterung des NOI Techparks zu verwenden.

Wie das Nachrichtenportal il Dolomiti berichtet, verlangt Aluminium Bozen nun einen verbindlichen Zeitplan für eine Lösung. Diese müsse sowohl die Fortführung der Produktion als auch die Arbeitsplätze und die gewachsenen wirtschaftlichen Strukturen absichern.

Strategisch bedeutende Produktion

Nach Angaben des Unternehmens beliefert das Bozner Werk unter anderem Betriebe aus der Verteidigungs-, Luftfahrt- und Medizintechnik. Vergleichbare Produktionsmöglichkeiten seien außerhalb Europas vor allem in Russland und China vorhanden. Aluminium Bozen sieht den Standort daher auch als strategisch bedeutsam an.

Zusätzliche Unruhe hatte eine mögliche Übernahme des Hydro-Extrusion-Werkes in Feltre durch die Eigentümergruppe Cortese ausgelöst. Das Unternehmen stellte jedoch bereits Anfang Oktober klar, dass diese Verhandlungen in keinem Zusammenhang mit der Zukunft des Bozner Werkes stünden. Aluminium Bozen und Aluminium Dolomites seien eigenständige Gesellschaften, erklärte die Unternehmensgruppe.

160 Beschäftigte warten auf Klarheit

Die Gewerkschaften hatten zuletzt eindringlich vor einer Hängepartie gewarnt. Ohne eine Verlängerung der Konzession und einen nachvollziehbaren Industrieplan drohten Produktionsstillstand und der Verlust von Arbeitsplätzen.

Aluminium Bozen zeigt sich zu weiteren Gesprächen mit dem Land und den Sozialpartnern bereit. Die Zeit drängt jedoch: Rund 160 Beschäftigte und ihre Familien warten auf eine verbindliche Entscheidung über die Zukunft des traditionsreichen Bozner Industriestandortes.

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