Verspätungen im Vinschgau: Warum die neue Bahn nicht rund läuft

Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider, Ressortdirektor Martin Vallazza und Michael Prader von der Südtiroler Transportstrukturen AG tauschten sich mit den Bürgermeistern und Vertretern des Tourismus aus. Im Mittelpunkt standen die Schwierigkeiten, mit denen die Fahrgäste seit der Einführung des neuen Betriebskonzepts zu kämpfen haben, sowie die nächsten Schritte zur Stabilisierung des Betriebs.
Mit der Elektrifizierung wird die Vinschger Bahn umfassend modernisiert, so das LPA. Künftig sollen die neuen Elektrozüge über Meran hinaus bis Bozen und später bis Innsbruck fahren. Dafür werden nicht nur die Züge erneuert, sondern auch die Stromversorgung und die Systeme zur Steuerung und Sicherung des Bahnverkehrs. Die Vinschger Bahn ist die erste Regionalbahnstrecke Italiens, auf der das europäische Zugsicherungssystem ETCS Level 2 zum Einsatz kommt. Genau dieses Zusammenspiel funktioniert derzeit noch nicht durchgehend. Betroffen sind vor allem die automatische Betriebssteuerung und einzelne technische Komponenten der neuen Züge. Die Folge sind Unregelmäßigkeiten und Verspätungen.
Weil mehrere neue Systeme gleichzeitig eingeführt werden, brauche die Fehlersuche oft Zeit. Prader erklärte, dass ein Großteil der Probleme bereits behoben werden konnte. Ein Team des Herstellers Alstom arbeitet vor Ort an den offenen Punkten. Ziel ist ein verlässlicher Stundentakt.
Warum in Latsch umgestiegen werden muss
Die neuen Elektrozüge dürfen derzeit noch nicht bis Meran fahren. Es fehlen die Genehmigungen des italienischen Schienennetzbetreibers RFI, der Europäischen Eisenbahnagentur ERA und der staatlichen Sicherheitsagentur ANSFISA. Deshalb verkehren aktuell Elektrozüge zwischen Mals und Latsch, Dieselzüge zwischen Laas und Meran, jeweils im Stundentakt. Die Dieselzüge bleiben wie geplant bis 2030 im Einsatz. Die fehlenden Genehmigungen werden Anfang 2027 erwartet.
Für den Umstieg in Latsch wurde ein Zeitpuffer von rund 30 Minuten eingeplant, damit Anschlüsse auch bei Verspätungen klappen. Für die Fahrgäste bedeutet das allerdings längere Reisezeiten. Zusätzlich fahren die Ersatzbusse der Linie B250 weiterhin im Halbstundentakt zwischen Mals und Meran.
Kein Termin für den weiteren Ausbau
„Ein verlässlicher Betrieb im Vinschgau ist die Grundlage dafür, das Angebot auszubauen und die Anbindung bis nach Meran zu verbessern“, betonte Alfreider. Die Investitionen in neue Züge und moderne Infrastruktur seien notwendig, damit die Menschen auch künftig auf die Bahn zählen können. Einen verbindlichen Termin für den Ausbau kann die STA derzeit nicht nennen. Neben den technischen Problemen braucht es weitere Genehmigungen für den Einsatz der Züge im italienischen und österreichischen Bahnnetz. Die nächsten Entwicklungsschritte sind für 2027 geplant.
Der Austausch mit den Gemeinden und dem Tourismus soll bei weiteren Treffen fortgesetzt werden.
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