Älter werden in Südtirol: Diese Themen beschäftigen Senioren

Johann Zöggeler, Landesobmann der Generation Handwerk+ im lvh, fordert Rahmenbedingungen, die es älteren Menschen ermöglichen, weiterhin aktiv und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Weiterarbeiten soll sich lohnen
Nach Ansicht der Generation Handwerk+ möchten viele Menschen auch nach dem Pensionsantritt weiterhin beruflich aktiv bleiben und ihre Erfahrung einbringen. Gerade angesichts des Fachkräftemangels könne dieses Wissen auch für die Wirtschaft von Bedeutung sein.
Der lvh spricht sich deshalb für attraktive Bedingungen für Pensionisten aus, die freiwillig weiterarbeiten oder einen Betrieb weiterhin punktuell unterstützen möchten. Eine solche Tätigkeit sollte aus Sicht der Generation Handwerk+ nicht durch unverhältnismäßige steuerliche Belastungen erschwert werden.
Zöggeler verweist dabei besonders auf das Handwerk. Viele ältere Fachkräfte verfügten über jahrzehntelange Erfahrung mit Materialien, Techniken und Arbeitsabläufen. Dieses Wissen könne für die nächste Generation von Bedeutung sein.
Gleichzeitig gehe es nicht darum, den Ruhestand infrage zu stellen. Vielmehr brauche es Wahlfreiheit und passende Modelle für jene, die freiwillig weiterarbeiten möchten.
Digitalisierung als Herausforderung
Auch die zunehmende Digitalisierung des Alltags stelle ältere Menschen teilweise vor Herausforderungen. Bankgeschäfte, öffentliche Dienstleistungen, Mobilität, Kommunikation und Terminvereinbarungen würden zunehmend über Apps und digitale Plattformen abgewickelt.
Die Generation Handwerk+ fordert deshalb verständliche digitale Angebote sowie persönliche Anlaufstellen und gezielte Schulungen. Digitale Kompetenzen seien mittlerweile ein wichtiger Bestandteil gesellschaftlicher Teilhabe.
Gleichzeitig müsse sichergestellt werden, dass wichtige Dienstleistungen auch für Menschen zugänglich bleiben, die digitale Anwendungen nicht oder nur eingeschränkt nutzen können.
Warnung vor neuen Betrugsmaschen
Mit der zunehmenden Digitalisierung wachsen laut Generation Handwerk+ auch die Sicherheitsrisiken. Betrugsversuche über Telefon, SMS, WhatsApp, E-Mail und andere Messenger-Dienste würden häufig ältere Menschen treffen.
Deshalb seien Informationen und leicht zugängliche Hilfsangebote wichtig. Familien, Verbände und öffentliche Einrichtungen seien gleichermaßen gefordert, über aktuelle Gefahren aufzuklären und ältere Menschen im Umgang mit digitalen Angeboten zu unterstützen.
„Fortschritt ist wichtig, aber er muss die Menschen mitnehmen“, betont Zöggeler. Ältere Menschen müssten Sicherheit und Orientierung erhalten, gleichzeitig sollten ihre Fähigkeiten und Erfahrungen stärker genutzt werden.
Erfahrung als Brücke zwischen Generationen
Gerade im Handwerk zeige sich laut Generation Handwerk+ die Bedeutung der älteren Generation. Traditionelles Wissen sei über Generationen weitergegeben und zugleich an neue Technologien, Materialien und Anforderungen angepasst worden.
Senioren seien daher nicht nur Bewahrer von Traditionen, sondern könnten auch eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft darstellen. Die Generation Handwerk+ will den Austausch zwischen den Generationen deshalb weiter stärken.
Für ein zukunftsfähiges Handwerk brauche es nach Ansicht des lvh sowohl Offenheit für neue Entwicklungen als auch Wertschätzung für das Wissen und die Erfahrung jener, die das Handwerk über Jahrzehnte geprägt haben.






