von lif 25.09.2026 14:28 Uhr

Allergische Kinder reagieren eher auf Hausstaubmilben

Kinder und Erwachsene mit Atemwegsallergien reagieren auf unterschiedliche Allergene: Bei Kindern fanden sich deutlich häufiger Sensibilisierungen gegen Hausstaubmilben, bei Erwachsenen dagegen öfter gegen Pollenallergene im Freien. Dieses Muster zeigte sich in zwei voneinander unabhängigen Kohorten in Algerien und der Türkei. Gleichzeitig trat laut einer internationalen Studie, koordiniert von der MedUni Wien, Asthma bei den Kindern häufiger auf als bei den Erwachsenen.

Bild: APA/THEMENBILD

Die Ergebnisse wurden im Lancet-Journal eBioMedicine veröffentlicht, wie es in einer Aussendung hieß. Bei einer allergischen Sensibilisierung bildet das Immunsystem bestimmte Antikörper vom Typ Immunglobulin E (IgE) gegen ein Allergen. Welche einzelnen Allergenmoleküle dabei erkannt werden, kann mit der molekularen Allergiediagnostik sehr genau bestimmt werden, so die Forscher. Für die aktuelle Studie untersuchten sie die IgE-Reaktionen auf 105 verschiedene Allergenmoleküle. Zunächst wurden 539 allergische Kinder und Erwachsene aus der Region Algier analysiert. Anschließend überprüfte das Forschungsteam die Ergebnisse an weiteren 272 Patientinnen und Patienten aus Istanbul und Samsun in der Türkei.

Deutlicher Unterschied zwischen Innen- und Außenallergenen

In beiden untersuchten Populationen zeigte sich ein vergleichbares Bild: Kinder mit Atemwegsallergien waren häufiger gegen Hauptallergene der Hausstaubmilbe sensibilisiert. Erwachsene reagierten dagegen häufiger auf typische Pollenallergene ihrer jeweiligen Region. In Algerien betraf das unter anderem Oliven- und Gräserpollen, in der Türkei Oliven- und Ragweedpollen. „Dass wir dieses Muster in zwei unabhängigen Populationen auf unterschiedlichen Kontinenten beobachten konnten, ist besonders interessant. Kinder und Erwachsene unterscheiden sich offenbar deutlich darin, gegen welche Allergene ihr Immunsystem sensibilisiert ist“, sagte Studienautor Rudolf Valenta vom Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie der MedUni Wien.

Warum sich die Sensibilisierungsmuster zwischen den Altersgruppen unterscheiden, lässt sich aus der Studie nicht unmittelbar ableiten. Die Autoren diskutieren unter anderem veränderte Lebensgewohnheiten, mehr Zeit in Innenräumen sowie Veränderungen von Klima, Vegetation und Luftverschmutzung als mögliche Einflussfaktoren. Diese Erklärungen müssen in weiteren Studien geprüft werden.

Mögliche Bedeutung für Asthma und Allergiebehandlung

In beiden Studienpopulationen war Asthma bei Kindern mit Atemwegsallergien häufiger als bei Erwachsenen. Gleichzeitig zeigten Kinder häufiger Sensibilisierungen gegen wichtige Hausstaubmilbenallergene. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Milbensensibilisierung und Asthma lässt sich aus der Querschnittsstudie allerdings nicht ableiten. Dafür sind weitere, langfristig angelegte Untersuchungen erforderlich.

APA/UT24 

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