von mmh 23.09.2026 16:18 Uhr

Salmonellengefahr: Warnhinweise nur auf Italienisch

Der Südtiroler Heimatbund (SHB) fordert mehrsprachige Warnhinweise bei Lebensmittelrückrufen. Anlass ist laut dem Verband ein aktueller Eier-Rückruf wegen Salmonellengefahr, bei dem die entsprechenden Hinweise in einer Bozner Eurospar-Filiale ausschließlich auf Italienisch ausgehängt worden seien.

(Bild: SHB)

Für den SHB stellt dies ein Problem für den Verbraucherschutz dar. Besonders bei Gesundheitsgefahren müssten Kunden aus Sicht des Heimatbundes unabhängig von ihrer Sprachgruppe verständlich über betroffene Produkte, Chargennummern und Rückgabemöglichkeiten informiert werden.

„Gerade in der Landeshauptstadt Bozen, wo laut den jüngsten Daten fast ein Viertel der Bevölkerung der deutschen Sprachgruppe angehört, ist eine lückenlose Information im Sinne des Konsumentenschutzes unerlässlich“, erklärt SHB-Obmann Roland Lang. Bei akuten Gesundheitsgefahren dürfe es keine sprachlichen Kompromisse geben.

Kritik an fehlenden deutschen Hinweisen

Lang kritisiert insbesondere, dass Großverteiler wie Eurospar entsprechende Warnungen aus Sicht des SHB nicht automatisch zweisprachig veröffentlichen.

„Gesundheit und Gefahr kennen keine Sprachbarrieren“, so Lang. Wer ein Produkt wegen einer möglichen Salmonellengefahr zurückrufen müsse, müsse aus Sicht des SHB alle Kunden gleichermaßen erreichen. Bleibe die Information über Chargennummern oder die Aufforderung zur Rückgabe für deutschsprachige Kunden unverständlich, könne dies den Verbraucherschutz beeinträchtigen.

Der Heimatbund verweist zugleich auf die geltenden Bestimmungen für Pflichtinformationen im privaten Lebensmittelsektor. Nach Darstellung des SHB hält die Handelskammer Bozen formal fest, dass dort gesetzlich Italienisch als offizielle Amtssprache für Pflichtinformationen vorgeschrieben sei, während Deutsch als freiwillige Zusatzangabe möglich sei.

Der SHB fordert deshalb eine Anpassung an die sprachliche Situation Südtirols. Dass bei akuten Gesundheitswarnungen in Geschäften auf eine freiwillige zweisprachige Information verzichtet werde, bezeichnet der Verband als Mangel an Kundenfreundlichkeit und Respekt gegenüber der Bevölkerung.

Forderung nach Warnhinweisen in beiden Sprachen

Der Südtiroler Heimatbund fordert die Betreiber von Supermärkten und die zuständigen Kontrollbehörden auf, dafür zu sorgen, dass Lebensmittelrückrufe künftig ausnahmslos gut sichtbar in beiden Landessprachen ausgehängt werden.

„Zweisprachigkeit ist in Südtirol kein optionaler Luxus, sondern eine verfassungsmäßige Pflicht und im Handel ein Gebot der grundlegenden Kundenfreundlichkeit“, erklärt Lang.

Die Gesundheit der Bevölkerung dürfe aus Sicht des SHB nicht durch sprachliche Nachlässigkeit gefährdet werden.

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