von ih 23.09.2026 10:03 Uhr

SVP-Soziale-Mitte kritisiert Galateos Nationalismus

„Probleme lösen, statt Fähnchen schwenken“ – mit diesen Worten reagiert die Vorsitzende der Sozialen Mitte der SVP, Gabriele Morandell, auf die von Vize-Landeshauptmann Marco Galateo vorgestellte Initiative für die italienischsprachigen Schulen in Südtirol.

Gabriele Morandell von der Sozialen Mitte in der SVP hat kein Verständnis für den übertriebenen Nationalismus von Marco Galateo - Foto: KI-generiert

Im Rahmen des Projekts „La Costituzione vista da noi“ erhalten teilnehmende Klassen ein sogenanntes „Kit di cittadinanza“ mit Materialien zur italienischen Verfassung. Vizelandeshauptmann Galateo selbst bezeichnete das Paket in seiner Präsentation als „Kit della patria“. Enthalten sind unter anderem die italienische Verfassung und die Trikolore.

„Dass junge Menschen die Verfassung kennen und sich mit Demokratie, Gleichheit, Solidarität, Frieden, Rechten und Pflichten auseinandersetzen, ist selbstverständlich wichtig“, betont Gabriele Morandell.

„Aber wenn aus staatsbürgerlicher Bildung ein ‚Kit der Heimat‘ mit besonderem Fokus auf nationale Identität gemacht wird, ohne dabei die besondere Situation Südtirols und unsere Autonomie mitzudenken, ist das für mich unverständlich.“

„Probleme lösen statt Identitätsdebatten“

Landesrat Galateo kenne die besondere Geschichte und Situation unseres Landes genau, so Morandell. „Deshalb halte ich es für falsch, immer wieder über nationale Symbole Identitätsdebatten anzustoßen. Unsere Schulen brauchen vor allem Bildung, gute Rahmenbedingungen und Zukunftsperspektiven für junge Menschen.“

„Unsere Regierungsmitglieder sind gewählt worden, um die konkreten Probleme der Menschen zu lösen“, sagt Morandell. „Wohnungsnot, steigende Lebenshaltungskosten, hohe Energiepreise, die Abwanderung junger Menschen, die Pflege und Betreuung älterer Menschen sowie die Sicherheit im öffentlichen Raum: Das sind die Herausforderungen, denen wir uns gemeinsam stellen müssen.“

Klare Absage an italienischem Nationalismus

Die Soziale Mitte in der SVP wolle deshalb den Blick auf das richten, was den Menschen im Alltag tatsächlich Sorgen bereite.

„Nationalismus löst keine Wohnungsnot. Eine Fahne senkt keine Stromrechnung. Und ein Symbol allein schafft keine Perspektive für junge Menschen. Wir brauchen konkrete Politik, die das Leben der Menschen verbessert.“

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