von lif 20.09.2026 14:24 Uhr

Steckt hinter Schulproblemen eine Allergie?

Allergien zählen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Typische Beschwerden wie Niesreiz, verstopfte Nase und juckende Augen sind bekannt. Weniger offensichtlich sind die Folgen: Schlafstörungen, dauerhafte Müdigkeit und Konzentrationsprobleme können den Schulalltag erheblich erschweren.

(Bild: © ALK)

„Wenn ein Kind im Unterricht auffällig müde, unkonzentriert oder reizbar ist, steckt nicht selten eine Allergie dahinter, zum Beispiel gegen Hausstaubmilben, Schimmelpilze oder Pollen“, erklärt die Kinderärztin und Allergologin Susanne Diesner-Treiber. Eltern und Lehrkräfte dächten dabei häufig zunächst an klassische Heuschnupfensymptome, die Auswirkungen könnten aber deutlich weiter reichen. Besonders im Spätsommer machen Ragweedpollen und Schimmelpilzsporen zu schaffen. Mit Beginn der Heizperiode sind dann vermehrt Hausstaubmilben für allergische Beschwerden verantwortlich.

Früh erkennen, Folgen vermeiden

Bleiben Allergien unerkannt, können sie sich verschlimmern. Bei Erkrankungen der Atemwege steigt die Gefahr, dass sich die Symptome von der Nase in Richtung Lunge ausweiten, womit auch das Risiko für Asthma zunimmt. Zudem können weitere Allergien hinzukommen. Dass sich das auch auf die schulischen Leistungen auswirkt, zeigte eine Untersuchung in England: Schüler mit Heuschnupfen, die während der Pollensaison Prüfungen ablegten, erzielten signifikant schlechtere Noten als ihre gesunden Mitschüler.

„Allergien sollte man nicht einfach hinnehmen, sondern möglichst früh etwas dagegen tun“, so Diesner-Treiber. Treten Beschwerden immer wieder auf, seien eine ärztliche Abklärung und eine Behandlung dringend anzuraten. Gerade bei Kindern befinde sich das Immunsystem noch in der Entwicklungsphase, eine frühzeitige Behandlung könne deshalb viel bewirken.

Diese Behandlungen gibt es

Ist eine Allergie diagnostiziert, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Medikamente wie Antihistaminika und inhalatives Kortison lindern die Beschwerden. Die einzige ursächliche Behandlung ist die Allergen-Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt. Sie trainiert das Immunsystem über einen längeren Zeitraum darauf, bestimmte Allergene nicht mehr als Bedrohung wahrzunehmen.

Viele Pollenallergiker berichten laut der Expertin bereits in der ersten Saison nach Therapiebeginn über eine spürbare Entlastung. Bei einer Hausstaubmilbenallergie zeigt sich oft schon nach einigen Wochen eine Besserung. Besonders alltagstauglich ist die sublinguale Immuntherapie, bei der täglich Tabletten oder Tropfen unter die Zunge gegeben werden.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite