von lif 18.09.2026 11:37 Uhr

Gesundheitshotline: Ploner vermisst Antworten vom Gesundheitslandesrat

Seit Montag läuft die neue Gesundheitshotline 116117 im Bezirk Bozen. Das Team K hat nachgefragt und ist mit den Auskünften des Landesrats nicht zufrieden.

Foto: LPA/Greta Stuefer

Landtagsabgeordneter Franz Ploner hat in der Fragestunde sechs Fragen zum Pilotprojekt gestellt, das vorerst für ein Jahr läuft. Die schriftliche Antwort von Gesundheitslandesrat Hubert Messner bleibe in zentralen Punkten vage, kritisiert er in einer Aussendung. Unklar ist demnach vor allem, ob die Nacht- und Wochenend-Bereitschaftsdienste der Basismediziner langfristig bestehen bleiben. Der Dienst laufe vorerst weiter, eine Neuorganisation sei „noch nicht festgelegt“, heißt es in der Antwort.

Für Ploner ist das ein wunder Punkt. Gerade bei der Betreuung schwerkranker und chronisch kranker Patienten zu Hause sei der Bereitschaftsdienst der vertrauten Ärzte unverzichtbar. Über eine Hotline ließen sich komplexe Erkrankungen und Entscheidungen nicht abwickeln. Für die Palliativversorgung verweise Messner auf bestehende Strukturen wie die Hauskrankenpflege und spezialisierte Hospizdienste. Diesen sei es zeitlich aber kaum möglich, die Basisbetreuung der Hausärzte im ländlichen Raum zeitgerecht zu übernehmen, gibt Ploner zu bedenken.

Kritik an der Personalausstattung

Auffällig dünn sei zudem die Personalausstattung für einen Dienst, der rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr laufen soll: Für die vorerst provisorische Zentrale sind neun Personen vorgesehen, acht Disponenten und eine koordinierende Pflegefachkraft. Rechne man mit Kosten von rund 80.000 Euro pro Kopf, komme allein beim Personal rund eine halbe Million Euro zusammen. Für das gesamte Pilotprojekt geht Ploner von rund einer Million Euro aus.

Eine unabhängige Evaluierung soll nach einem Jahr durch das Gesundheitsministerium erfolgen. Erst dann wird über Abläufe, Nutzung und eine mögliche Ausweitung auf ganz Südtirol entschieden. „Die Antworten zeigen, dass die Zukunft der hausärztlichen Bereitschafts- und Wochenenddienste weiterhin ungeklärt bleibt“, resümiert Ploner. „Bürger, vor allem aber Hausärzte brauchen Planungssicherheit und keine vagen Ankündigungen.“

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