Online-Glücksspiel: Dreimal so viele Süchtige in Südtirol

Das ASTAT hat das Glücksspielverhalten der Südtiroler Bevölkerung zuletzt 2016 untersucht. Zehn Jahre später zeigt sich laut ASTAT-Direktor Timon Gärtner ein differenziertes Bild: Während die Zahl der Spielenden insgesamt zurückgeht, nimmt die Zahl der Personen mit problematischem Spielverhalten zu. Die Daten wurden heute (15. September) in Bozen vorgestellt, gemeinsam mit Vertretern der Gesundheitsabteilung des Landes und des Netzwerks Spielsucht.
Besonders auffällig sind die Zahlen zum Internet. Rund 23 Prozent spielen online, und dort ist der Anteil der pathologischen Spieler mehr als dreimal so hoch wie beim Glücksspiel außerhalb des Netzes. Ein weiterer Fokus der Erhebung liegt auf jungen Erwachsenen. Auch der Zusammenhang mit emotionalen Belastungen wird deutlich.
Messner setzt auf Früherkennung
Für Gesundheitslandesrat Hubert Messner ist frühzeitige Prävention entscheidend. „Glücksspiel ist kein Randphänomen, sondern auch ein Thema der Gesundheitsvorsorge. Die Erkenntnisse helfen uns, Risiken früher zu erkennen, besonders gefährdete Gruppen gezielt anzusprechen und unsere Prävention weiterzuentwickeln“, sagt er. Ziel müsse es sein, Menschen zu erreichen, bevor aus Glücksspiel ein gesundheitliches Problem wird.
Ansetzen will der Landesrat dort, wo die Risiken entstehen: bei Information und Früherkennung, aber auch bei Lebenskompetenzen, beim Umgang mit Geld und beim Erkennen von Glücksspielmechanismen.
Die Erkenntnisse sollen in den Landesplan zur Bekämpfung der Glücksspielsucht 2025 bis 2028 einfließen. Im Blick behalten will man dabei auch neue Entwicklungen wie Online-Trading, Gamblification und Apps mit Geldgewinnen.






