von ih 14.09.2026 10:55 Uhr

Gefriergetrocknete Früchte: Knusprig, aber nicht ohne Nachteile

Gefriergetrocknete Erdbeeren und andere Früchte sind längst mehr als ein Trend. Sie landen in Müslis, Süßwaren und Snacks für Kinder – doch die knusprigen Fruchtchips haben neben einigen Vorteilen auch deutliche Nachteile.

Symbolbild / KI-generiert

Bei der Gefriertrocknung werden die Früchte zunächst bei Temperaturen von bis zu minus 50 Grad schockgefrostet. Anschließend wird ihnen in einer Vakuumkammer rund 85 bis 90 Prozent des Wassers entzogen. Dabei bleiben Form, Farbe, Aroma und viele Nährstoffe besonders gut erhalten. Gleichzeitig werden jedoch auch die natürlichen Zuckerstoffe stark konzentriert: Für 100 Gramm gefriergetrocknete Erdbeeren werden etwa ein Kilogramm frische Früchte benötigt.

Wie es um die Qualität der Produkte steht, zeigt ein Test von Öko-Test. Von 21 untersuchten Fruchtchips aus gefriergetrockneten Erdbeeren erhielten lediglich fünf die Bewertung „gut“. Zwei Produkte waren „mangelhaft“, sechs sogar „ungenügend“. Grund für die schlechten Bewertungen waren vor allem Pestizidrückstände. Mehr als die Hälfte der Proben enthielt Rückstände mehrerer Wirkstoffe. In einem Produkt wurden sogar 34 verschiedene Pestizidrückstände nachgewiesen. Die gesetzlichen Höchstwerte für die einzelnen Stoffe wurden dabei trotz der Konzentration eingehalten.

Auch beim Zuckergehalt gibt es Unterschiede: Die getesteten Produkte enthielten laut Nährwertangaben zwischen 42 und 60 Gramm Zucker pro 100 Gramm, im Durchschnitt waren es 51,24 Gramm. Bei neun Proben lag der im Labor gemessene Wert sogar deutlich über der Angabe auf der Verpackung.

Teuer sind die knusprigen Früchte zudem. Im Durchschnitt kosteten die getesteten Produkte 147,42 Euro pro Kilogramm. Die Preise reichten von 100 Euro bis zu 249,17 Euro pro Kilogramm. Hinzu kommt der hohe Energieverbrauch, der für die aufwendige Gefriertrocknung erforderlich ist.

„Als Ersatz für die tägliche Portion frischer Früchte eignen sie sich aufgrund des hohen Zuckergehalts, des hohen Energieverbrauchs und der hohen Kosten jedoch nicht“, sagt Silke Raffeiner, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol. In kleinen Mengen könnten die Fruchtchips durchaus Müsli oder andere Speisen ergänzen. Vor allem kleinen Kindern sollten sie aber nur selten angeboten werden, damit sie sich nicht zu sehr an den süßen Geschmack gewöhnen.

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