200 Euro pro Tier für Südtirols Bauern

Die Prämie beträgt 200 Euro pro gealpter Großvieheinheit (GVE). Voraussetzung ist, dass die Tiere mindestens 60 Tage auf einer Alm verbringen. „Die Alm ist Wirtschafts-, Schutz- und Kulturraum zugleich“, betont Locher. Mit der Förderung würden jene Betriebe unterstützt, die ihre Tiere auf die Alm bringen und damit zur Bewirtschaftung und Erhaltung der Flächen beitragen.
Die Bedeutung der Almwirtschaft zeigt sich auch in den Zahlen: Im vergangenen Jahr wurden in Südtirol 1522 Almen mit einer Nettofläche von rund 70.000 Hektar bewirtschaftet. Insgesamt verbrachten dort 91.832 Tiere die Sommermonate. Für Locher sind Almen deshalb nicht nur für die Landwirtschaft von Bedeutung, sondern auch für Landschaft und Gesellschaft.
Auch für das Tierwohl sieht der SVP-Politiker Vorteile. Auf den weitläufigen Almflächen können sich die Tiere frei bewegen und ihr natürliches Weideverhalten ausleben. Gleichzeitig trägt die regelmäßige Beweidung dazu bei, die Landschaft offen zu halten. Auf den Almwiesen können bis zu 100 verschiedene Pflanzenarten vorkommen. Die Bewirtschaftung schafft damit Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Darüber hinaus erfüllt die Almwirtschaft laut Locher eine wichtige Funktion beim Schutz vor Naturgefahren. Durch die Beweidung bleibt eine stabile Vegetationsdecke erhalten. Robuste Pflanzenwurzeln können den Boden festigen und dadurch Erosion und das Risiko von Hangrutschungen verringern. Ohne Bewirtschaftung könnten Flächen zunehmend verbuschen und ihre Stabilität verlieren.
Die Weideprämie soll somit mehrere Bereiche gleichzeitig stärken: das Tierwohl, die landwirtschaftlichen Betriebe, die Artenvielfalt und die Pflege der Kulturlandschaft. „Die Almwirtschaft ist weit mehr als die saisonale Haltung von Tieren auf Bergweiden“, sagt Locher. Sie verbinde Tierwohl, Landwirtschaft, Biodiversität, Landschaftspflege und den Schutz vor Naturgefahren.






