„Tirol ist voller Energie“: Landesregierung kündigt neue Maßnahmen an

Landeshauptmann Anton Mattle und Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth haben die Klausur unter das Motto „Tirol ist voller Energie“ gestellt. Damit knüpft die Landesregierung an ihre erste Klausur im Jänner 2023 an, bei der ebenfalls der Ausbau erneuerbarer Energieträger im Mittelpunkt stand.
Tirol versorgt sich nach Angaben der Landesregierung bereits an 220 von 365 Tagen im Jahr vollständig mit heimischer erneuerbarer Energie. Damit liege das Land über dem Österreich- und EU-Schnitt. In den vergangenen 20 Jahren sei der Anteil erneuerbarer Energie von 37 auf mehr als 60 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sei der Energieverbrauch trotz wachsender Bevölkerung zurückgegangen.
38 Wasserkraftwerke und 35.600 PV-Anlagen
Die Regierungsspitze verweist auf mehrere Maßnahmen der laufenden Legislaturperiode. So seien 38 Wasserkraftwerke umgesetzt worden, die das Potenzial haben, rund 160.000 Haushalte zu versorgen. Zudem wurden laut Landesregierung 5.100 Speichersysteme für Hauptwohnsitze und Firmensitze ermöglicht und gefördert.
In Tirol gibt es demnach mittlerweile insgesamt 35.600 netzgekoppelte Photovoltaikanlagen. Auch die Wohnbauförderung habe in dieser Periode bereits ein Bauvolumen von 3,8 Milliarden Euro ausgelöst. Investiert worden sei dabei unter anderem in energiesparendes und umweltfreundliches Bauen sowie in klimaschonende Haustechnik.
Auch auf landeseigenen Gebäuden setzt Tirol auf Photovoltaik. Die dort betriebenen Anlagen entsprechen laut Landesregierung einer Fläche von 3,4 Fußballfeldern und können den Strombedarf von etwa 1.000 Einfamilienhäusern decken.
Darüber hinaus seien im Naturschutz, im Tiroler Elektrizitätsgesetz sowie im Bau- und Raumordnungsrecht rechtliche Voraussetzungen geschaffen worden, um die Energiewende zu beschleunigen. Trotz dieser Bilanz sieht die Landesregierung weiteren Handlungsbedarf.
Mehr Unabhängigkeit durch heimische Energie
Für Mattle und Wohlgemuth ist die Energieversorgung eng mit der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Tirols verbunden. Mehr eigene Energieproduktion soll demnach auch die Abhängigkeit von internationalen Krisen und Kriegen reduzieren.
Eine starke Energieversorgung und ausreichende Speichermöglichkeiten könnten zudem zu günstigen Strompreisen beitragen, Betriebe im Land halten und Arbeitsplätze sichern, erklären die beiden Regierungsmitglieder.
Dabei setzt Tirol auf unterschiedliche Energiequellen. Aufgrund der Höhenunterschiede und des vorhandenen Wasservorkommens liege eine besondere Stärke des Landes bei der Wasserkraft. Auch bei Biomasse sei Tirol gut aufgestellt. Gleichzeitig gebe es aufgrund der zahlreichen Sonnenstunden weiteres Potenzial für Photovoltaik.
Bei der Windkraft seien die Möglichkeiten hingegen aufgrund der Topografie und der böigen Winde nur teilweise gegeben. Mattle und Wohlgemuth kündigen dennoch neue Maßnahmen an und betonen, bei der Energieversorgung dürfe es „kein Rosinenpicken“ geben.
Weitere Beschlüsse am Dienstag
Zum Auftakt der Klausur präsentierten neben Mattle und Wohlgemuth auch Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler sowie die Landesräte Mario Gerber, Cornelia Hagele, Eva Pawlata und René Zumtobel ihre jeweiligen Arbeitsschwerpunkte.
Am Dienstag ist zudem eine formelle Regierungssitzung vorgesehen. Dabei soll unter anderem ein Leitantrag mit dem Titel „Tirol ist voller Energie“ behandelt werden.
Im Anschluss an die Klausur wollen Mattle, Wohlgemuth, Geisler und Zumtobel die Ergebnisse vorstellen. Am Dienstagnachmittag steht schließlich die offizielle Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks Tauernbach-Gruben in Matrei in Osttirol auf dem Programm.






