Paket-Hammer für Online-Käufer

Kunden großer Onlinehändler müssen sich auf steigende Kosten einstellen. Seit Juli werden bereits viele günstige Warenlieferungen aus Drittstaaten mit einem neuen Zoll belastet. Ab Oktober kommt in Österreich eine zusätzliche Paketsteuer hinzu.
Milliarden Billigsendungen erreichen Europa
Vor allem Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress haben in den vergangenen Jahren enorme Mengen günstiger Waren aus China nach Europa geliefert. Nach Angaben der EU-Kommission erreichten im vergangenen Jahr 5,8 Milliarden Sendungen mit einem Wert von weniger als 150 Euro die Europäische Union.
Das entspricht rund 16 Millionen Paketen täglich. Mehr als 90 Prozent davon stammten aus China. Bislang waren solche Kleinsendungen vom Zoll befreit, um den Verwaltungsaufwand möglichst gering zu halten.
Österreich führt Paketsteuer ein
Die nächste Belastung folgt am 1. Oktober 2026: Dann tritt in Österreich die neue Paketsteuer in Kraft. Sie betrifft Versandhändler, die im vorangegangenen Wirtschaftsjahr mit Onlinebestellungen in Österreich einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro
Die österreichische Bundesregierung begründet die Maßnahme mit dem starken Wachstum des Onlinehandels. Zugleich sollen Umweltbelastungen verringert und der stationäre Handel gestärkt werden.
Weitere EU-Gebühren im Gespräch
Zusätzlich wird auf EU-Ebene über eine Bearbeitungsgebühr für Sendungen aus Drittstaaten beraten. Die sogenannte „Union Handling Fee“ soll die Kosten der Zollabwicklung abdecken. Sie könnte voraussichtlich ab dem 1. November 2026 gelten und zwei Euro pro Sendung betragen.
Post-Generaldirektor Walter Oblin schätzt, dass sich die zusätzlichen Belastungen bei bestimmten Onlinebestellungen künftig auf bis zu 7,40 Euro pro Paket summieren könnten.






