Bozner Gericht: 4,7 Millionen Euro für 183 Maßnahmen

Seit der Übernahme des Gerichtsgebäudes durch das Land im Jahr 2018 seien bis Juli 2026 insgesamt 183 Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 4,7 Millionen Euro umgesetzt worden. Zuvor war ein Sanierungsprogramm von mehr als zehn Millionen Euro beschlossen worden. Weitere Maßnahmen seien geplant, in Vergabe oder von der Verfügbarkeit entsprechender Finanzmittel abhängig gewesen.
Eine zentrale Frage betrifft die statische Sicherheit des Gebäudes. Bei der Aufstockung des Dachgeschosses seien laut Land statische Berechnungen und Belastungsversuche an den neu errichteten Tragwerken durchgeführt worden. Für die Errichtung der Tiefgarage und die Neugestaltung des Gerichtsplatzes im Jahr 2003 liegen dem Land hingegen keine vollständigen Unterlagen vor, da diese Arbeiten noch vor der Übernahme des Gebäudes durchgeführt wurden.
Keiner weiß, wie es weitergeht
Besonders relevant ist die statische Überprüfung aus dem Jahr 2024. Dabei sei die Standsicherheit des Gebäudes bestätigt worden – allerdings verbunden mit der Auflage, bestimmte Maßnahmen umzusetzen. Dazu gehörten unter anderem der Austausch von vier Mauerwerkspfeilern im Atrium sowie die schrittweise Entlastung der Archivbereiche. Nach Angaben des Landes waren beide Maßnahmen zum Zeitpunkt des Einsturzes bereits im Gange.
Wie es mit den nach dem Einsturz stehen gebliebenen Gebäudeteilen weitergeht, ist hingegen noch offen. Umfassende technische Untersuchungen laufen derzeit. Erst nach deren Abschluss könne der Zustand der Gebäudeteile abschließend beurteilt werden. Auch für den monumentalen Eingangsbereich wurden unmittelbar nach dem Einsturz Sicherungsmaßnahmen veranlasst.
Parallel dazu hält das Land am Projekt eines neuen Justizzentrums fest. Das Vorhaben werde unabhängig vom Einsturz weiterverfolgt. Nach der Definition des künftigen Raumbedarfs gemeinsam mit der Region Trentino-Südtirol wurde eine Markterhebung für geeignete Immobilien eingeleitet. Die Frist für Interessenbekundungen läuft bis Ende September. Das Verfahren sei bereits vor dem Einsturz vorbereitet worden und stehe daher nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit diesem.
Zukunft noch unklar
Auch die langfristige Zukunft des historischen Gerichtsgebäudes ist noch nicht entschieden. Das Land erklärt, derzeit weder über eine dauerhafte Nutzung noch über alternative Lösungen Aussagen treffen zu können. Ziel sei es, nach Abschluss der technischen und gerichtlichen Untersuchungen die Voraussetzungen für eine sichere und funktionale Nutzung des Gebäudes zu schaffen.
Wie teuer eine mögliche Generalsanierung samt Wiederaufbau des eingestürzten Gebäudeteils werden könnte, lässt sich laut Bianchi derzeit ebenfalls noch nicht seriös abschätzen. Zunächst müssten die strafrechtlichen Ermittlungen und technischen Untersuchungen abgeschlossen werden. Erst danach könnten Umfang, Kosten und Zeitrahmen der notwendigen Arbeiten bestimmt werden.






