SASA-Streik am ersten Schultag: „Unverantwortlich und inakzeptabel“

Von 9 bis 12 Uhr sollen die Beschäftigten der SASA am Montag die Arbeit niederlegen. Die lokalen Gewerkschaften unterstützen damit einen italienweiten Streik der Beschäftigten im öffentlichen Verkehr. Für Alfreider kommt der Zeitpunkt besonders ungelegen: Der Ausstand fällt genau auf den ersten Schultag.
„Das Streikrecht steht außer Frage. Aber wir müssen auch über Maß, Verhältnismäßigkeit und Verantwortung gegenüber Familien, Schülerinnen und Schülern sowie Pendlerinnen und Pendlern sprechen“, erklärt der Mobilitätslandesrat.
Alfreider verweist auf Verbesserungen
Nach Ansicht Alfreiders habe sich in Südtirol in den vergangenen Jahren viel getan, um den öffentlichen Personennahverkehr zu stabilisieren und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Südtirol zahle höhere Gehälter als im nationalen Kollektivvertrag vorgesehen und biete vielfach bessere Bedingungen als andere Regionen Italiens.
Auch bei SASA habe es laut Alfreider deutliche Verbesserungen gegeben. Das Unternehmen habe bewusst in das Personal investiert.
Umso weniger Verständnis zeigt der Landesrat für den Streik am ersten Schultag. „Mit dem Streik trifft man gerade jene, die täglich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind: Pendlerinnen und Pendler, Familien sowie Schülerinnen und Schüler“, sagt Alfreider.
Einkommen laut SASA deutlich gestiegen
Als Argument führt der Mobilitätslandesrat auch die Entwicklung bei Einkommen und Zusatzleistungen an. Seit 2022 seien diese je nach Position laut SASA um 26 bis 32 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum habe die Inflation rund 14,9 Prozent betragen.
„In einzelnen Bereichen liegen die Verbesserungen damit deutlich über der Inflation. Wir reden hier nicht von kleinen Gehaltsanpassungen“, betont Alfreider.
Als weiteres Beispiel nennt er die Essensgutscheine. Alle Landesangestellten würden demnach Gutscheine im Wert von sieben Euro erhalten. Die Forderung nach zehn Euro bei gleichzeitigem Streik am ersten Schultag sei nach Rückmeldungen vieler Pendler „absolut unverantwortlich und inakzeptabel“.
Gewerkschaften wollten nicht einlenken
Unverständlich sei für Alfreider außerdem, dass sich die lokalen Gewerkschaften an einem italienweiten Streik beteiligen. Zahlreiche Forderungen auf nationaler Ebene seien in Südtirol bereits umgesetzt worden.
Nach der Ankündigung des Streiks hätten Land und SASA laut Landesregierung dennoch versucht, die Gewerkschaften von einem Ausstand am ersten Schultag abzubringen. Diese Bemühungen seien jedoch ohne Erfolg geblieben.
„Wir haben viel getan und sind den Beschäftigten erneut entgegengekommen. Aber es gibt eine Grenze dessen, was noch verhältnismäßig und gegenüber allen anderen Beschäftigten in Südtirol vermittelbar ist“, erklärt Alfreider.
Dabei gehe es ihm nicht darum, einzelne Berufsgruppen gegeneinander auszuspielen. Auch andere Arbeitnehmer hätten mit steigenden Kosten zu kämpfen und würden Steuern zahlen, mit denen der öffentliche Dienst finanziert werde.
Deshalb müsse bei jeder zusätzlichen Forderung auch die Frage gestellt werden, ob diese gegenüber allen anderen Menschen noch gerechtfertigt sei, so Alfreider.
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