Wenn die AfD in Deutschland regiert: Was macht die SVP?

Man sollte sich Gesprächskanäle immer offenhalten. Das ist klar – zumindest für echte Demokraten. Doch in Zeiten zunehmender Spaltung und Polarisierung gilt das längst nicht mehr als selbstverständlich. Vor allem sogenannte Christdemokraten und Scheinkonservative wie SVP, ÖVP und CDU scheinen sich mit einer immer stärker werdenden patriotischen Bewegung schwerzutun.
Es wird sich distanziert und abgegrenzt, wo es nur geht. Dabei wird jedoch außer Acht gelassen, dass gerade jene Kräfte, mit denen man heute nichts zu tun haben will, schon morgen wichtige Gesprächspartner sein können.
Wie man jede Ernsthaftigkeit verspielt
Wie negativ sich verschlossene Gesprächskanäle und dauerhafte politische Abgrenzung auf den politischen Betrieb auswirken können, zeigt sich derzeit in Deutschland.
Jahrelang waren es vor allem CDU und SPD, die sich von Donald Trump distanzierten – und teilweise sogar den Wahlkampf seiner Kontrahentin Kamala Harris aktiv unterstützten. Die Folge: Deutschland wird international kaum noch ernst genommen. Auf dem diplomatischen Parkett spielt das einstige Vorzeigeland Europas nur noch eine begrenzte Rolle.
Fratelli hui, AfD pfui?
Gerade der Südtiroler Tourismus betont immer wieder vehement, wie wichtig es sei, die wichtigsten Herkunftsmärkte weiterhin erfolgreich zu bedienen. Doch wie will man morgen mit einem Land wie Deutschland umgehen, wenn dort die AfD regiert? Die SVP könnte schließlich schon bald mit dem ersten AfD-Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt konfrontiert sein.
Will man dann künftig nur noch mit deutschen Bundesländern sprechen, an deren Spitze kein AfD-Politiker steht? Denn Sachsen-Anhalt könnte kein Einzelfall bleiben. In mehreren ostdeutschen Bundesländern erreicht die AfD inzwischen Umfragewerte von annähernd 50 Prozent.
Eine Partei, die von der SVP öffentlichkeitswirksam abgelehnt wird wie die Pest – obwohl man gleichzeitig offenbar kein Problem damit hat, mit bekennenden Neofaschisten in einer Landesregierung zu sitzen. Vermutlich wird am Ende dennoch eines entscheiden: das Geld.
Denn wenn erste Touristen ausbleiben und Südtirol den Rücken kehren, wird sich auch das Edelweiß irgendwann entscheiden müssen: weiter distanzieren und auf Linkskurs bleiben – oder doch lieber mit allen reden, im Interesse Südtirols.






