von mmh 01.09.2026 06:30 Uhr

Schulstart 2026: So tief müssen Südtirols Eltern in die Tasche greifen

Neue Ringmappe, Zirkel, Wasserfarben, Turnschuhe – und ganz am Ende die Rechnung an der Kassa, die viele Eltern zusammenzucken lässt. UT24 hat sich die offiziellen Materiallisten Südtiroler Schulen genauer angesehen und mit echten Kassenbons abgeglichen, um zu zeigen, was ein Schulbeginn 2026 tatsächlich kostet – und warum es gerade für Familien mit mehreren Kindern zur handfesten finanziellen Herausforderung wird.

(Bild: UT24/ KI-generiert)

Besonders ins Geld geht der Schulbeginn dort, wo Kinder erstmals eine neue Schulstufe betreten – etwa beim Übertritt von der Grundschule in die Mittelschule. Hier können Sachen oft nicht von älteren Geschwistern übernommen werden und es muss praktisch die gesamte Ausstattung neu angeschafft werden: Die Kinder kommen in eine neue Schule, oft mit neuen Fächern wie Technik und einem komplett eigenen Kunstunterricht-Set, für das es noch keine „gebrauchten“ Alternativen aus dem eigenen Haushalt gibt.

UT24 hat die Materialliste einer ersten Mittelschulklasse mit den Preisen eines Südtiroler Fachgeschäfts für Schulbedarf abgeglichen. Das Ergebnis: Allein für Hefte, Mappen, Schreib- und Zeichenmaterial kommen 166,07 Euro zusammen.

Was im Einkaufswagen wirklich Geld kostet

Ein Blick auf den Kassenbon zeigt, wo das Geld tatsächlich hinfließt. Den größten Brocken machen die Ringbücher und Ordner aus, die für nahezu jedes Hauptfach separat angeschafft werden müssen – von Deutsch über Italienisch und Englisch bis hin zu  Naturwissenschaften oder Geschichte. Dazu kommt das Kunst- und Zeichenmaterial, das spürbar zu Buche schlägt: Ein Zirkel mit Schnellverstellung, ein doppelseitiges Filzstifte-Set, neue Holzfarben und ein Wasserfarbkasten liegen jeweils zwischen sieben und knapp 19 Euro.

Den Rest erledigt die schiere Masse an Kleinteilen: Borstenpinsel in unterschiedlichen Stärken, Haarpinsel, Bleistifte in mindestens 3 unterschiedlichen Stärken, Radiergummi, Ölpastellkreiden, Geodreieck, Register, Trennblätter und Klebestreifen. Jedes einzelne Stück wirkt für sich harmlos und kostet oft nur ein bis zwei Euro – auf dem Kassenbon der Mittelschulklasse summieren sich diese Kleinigkeiten aber auf über 30 Einzelposten und damit auf einen guten Batzen Geld.

Und dann kommt erst die Grundausstattung

Mit den Heften und Stiften allein ist es aber nicht immer getan. Wer sein Kind für die Schule ausstattet, muss oft noch deutlich tiefer in die Tasche greifen: Eine passende Schultasche samt Griffelschachtel schlägt mit rund 200 Euro zu Buche, dazu kommen Turnschuhe für den Sportunterricht um etwa 80 Euro sowie Hausschuhe beziehungsweise Patschen fürs Schulhaus um weitere 30 Euro.

Damit ergibt sich für einen einzigen Mittelschüler, der komplett neu ausgestattet werden muss, eine Gesamtsumme von rund 476 Euro – noch bevor am ersten Schultag überhaupt die Schultür aufgeht.

Zu betonen ist dabei, dass es sich bei Schultasche, Turn- und Hausschuhen um Schätzwerte aus der Marktrecherche handelt: Je nach Marke, Qualität und Geschäft können vor allem die Schuhpreise spürbar nach oben oder unten abweichen.

Was passiert, wenn mehrere Kinder in der Familie sind?

Genau hier zeigt sich ein entscheidender Unterschied im Familienalltag: Jüngere Geschwister, die in eine Schulstufe kommen, die ältere Brüder oder Schwestern bereits durchlaufen haben, profitieren oft davon, dass sich einiges weiterreichen lässt – Ringmappen, Einbände, Zirkel oder auch die Schürze für den Werkunterricht müssen dann nicht zwangsläufig neu gekauft werden. Bei Schuhen sieht das allerdings anders aus: Weil Kinder aus ihnen herauswachsen, werden Turnschuhe und Hausschuhe in aller Regel trotzdem jedes Jahr neu fällig.

Anders sieht es bei jenem Kind aus, für das wie oben durchgerechnet praktisch alles neu angeschafft werden muss: Neue Fächer, neue Anforderungen und ein komplett neues Set an Materialien bedeuten dort die volle Investition.

Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Weitergabe von altem Material die Kosten für Familien mit mehreren Kindern nur abfedert, nicht aber verschwinden lässt. Wo ein Kind neu eingekleidet und ausgestattet werden muss, kommen bei den Geschwistern trotzdem laufend Schuhe, Verbrauchsmaterial und kleinere Ersatzanschaffungen dazu. Gerade für Familien mit mehreren Kindern in unterschiedlichen Schulstufen kann sich der Schulbeginn dadurch insgesamt zu einer beträchtlichen Summe addieren.

Ein Griff in die Familienkasse, der oft unterschätzt wird

Für viele Südtiroler Haushalte bedeutet der Schulbeginn damit eine finanzielle Zusatzbelastung, die häufig unterschätzt wird – und die zeitlich meist auch noch mit anderen Ausgaben zusammenfällt, etwa für Vereinsbeiträge, Herbstkleidung oder die ersten Wintersachen. Die Zahlen der UT24-Recherche zeigen: Wer heuer ein Kind neu in die Mittelschule schickt, sollte für die volle Erstausstattung mit guten 400 Euro rechnen.

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