SJR fordert gerechtere Mieten in Südtirol

Der Landesmietzins orientiert sich laut SJR fast ausschließlich an den Landesbaukostenpreisen, die in den vergangenen Jahren um mehr als 25 Prozent gestiegen sind. „Dies führt vielfach nicht nur zu sehr hohen Mietpreisen, sondern auch zu Mietpreisen, die weder den tatsächlichen Zustand noch die Qualität oder Lage einer Wohnung ausreichend berücksichtigen“, kritisiert SJR-Vorsitzende Katja Oberrauch.
Der Jugendring verweist auf Wien, wo unter anderem Lage, Erhaltungszustand, Nebenkosten und Wohnqualität bei der Berechnung berücksichtigt werden. Für Südtirol schlägt der SJR Abschläge von bis zu 30 Prozent vor, abhängig etwa von Klimahauszertifizierung, Baujahr und Erhaltungszustand. Gleichzeitig soll der Zuschlag für möblierte Wohnungen von derzeit bis zu 30 auf zehn Prozent reduziert werden.
Wie groß die Unterschiede ausfallen könnten, zeigt der SJR anhand einer 70-Quadratmeter-Wohnung mit Keller, Garage und Terrasse. In Bozen liegt der Landesmietzins demnach bei 911,65 Euro, in St. Pankraz bei 879,09 Euro. Bei einer möblierten Wohnung könnten derzeit 1.185,15 beziehungsweise 1.142,82 Euro verlangt werden.
Nach dem vorgeschlagenen Modell würde eine möblierte Wohnung in Bozen je nach Klimahausstandard zwischen rund 702 Euro bei Klimahaus D und 1.003 Euro bei Klimahaus A kosten. In St. Pankraz lägen die entsprechenden Werte zwischen rund 677 und 967 Euro.
Der SJR erwartet von einer solchen Neuregelung mehrere Effekte: Eigentümer könnten stärker zur energetischen Sanierung motiviert werden, während junge Menschen und Familien bessere Chancen auf dem Mietmarkt erhalten sollen. Gleichzeitig könnten periphere Gemeinden attraktiver werden und Ballungsräume entlastet werden. „Insbesondere aber würden die Mietkosten gesenkt werden“, betont Oberrauch.






