von mmh 30.08.2026 10:54 Uhr

Hermann Atz bei tragischem Kletterunfall gestorben

Der bekannte Bozner Meinungsforscher und Politologe Hermann Atz ist im Alter von 73 Jahren bei einem tragischen Kletterunfall in den Grödner Dolomiten ums Leben gekommen. In Südtirol ist die Trauer um den langjährigen politischen Analysten und Forscher groß.

Bild: APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Das Unglück ereignete sich am Samstagnachmittag am dritten Sellaturm. Atz war gemeinsam mit einem Kletterpartner aus England in einer Zweierseilschaft unterwegs, als er gegen 14.45 Uhr rund 20 Meter abstürzte.

Für den 73-Jährigen kam jede Hilfe zu spät.

Bekannt als Meinungsforscher und Politologe

Hermann Atz lebte mit seiner Familie in Untermagdalena in Bozen. Über Jahrzehnte war er als Meinungsforscher und politischer Analyst weit über die Landeshauptstadt hinaus bekannt.

1993 gründete er gemeinsam mit Helmuth Pörnbacher in Bozen das Institut für Sozialforschung und Demoskopie „apollis“. Dort war Atz wissenschaftlicher Leiter. Zudem unterrichtete er Statistik und Methodik als Lehrbeauftragter an der Freien Universität Bozen.

Besonders in Politik und Medien waren seine fundierten Umfragen und Analysen gefragt. Mit seinen Einschätzungen prägte Atz über viele Jahre die öffentliche Diskussion in Südtirol.

Grüne nehmen Abschied

Auch die Südtiroler Grünen reagierten bestürzt auf die Nachricht von seinem Tod. In einer Stellungnahme würdigten sie Atz als feste Größe im politischen Alltag und als wichtigen Bezugspunkt.

Er habe politische Entwicklungen sachlich analysiert und zugleich stets seine Perspektive als Bürger eingebracht. Gespräche mit ihm hätten häufig neue und auch unbequeme Sichtweisen eröffnet und zum Nachdenken angeregt.

Die Grünen erinnern sich zudem an Atz als „feinen Menschen“, der sowohl im Alltag als auch in Fernsehstudios, bei kulturellen Veranstaltungen und politischen Anlässen präsent gewesen sei.

„Er wird der Welt sehr fehlen“, heißt es in der Stellungnahme.

Den Angehörigen, insbesondere seiner Frau Brigitte und seinen Söhnen, sprachen Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer, Zeno Oberkofler, Kathrin Werth und die gesamte grüne Gemeinschaft ihr Mitgefühl aus.

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