Insektengiftallergie: Therapie kann lebensgefährliche Reaktionen verhindern

Rund drei Prozent der Bevölkerung in Österreich – etwa 300.000 Menschen – reagieren allergisch auf das Gift von Bienen, Wespen, Hornissen oder Hummeln. Bei einem Teil der Betroffenen kommt es zu schweren Reaktionen: Der Körper kann mit Schwellungen, Übelkeit, Schwindel, Atemproblemen oder einem Kreislaufschock reagieren. In besonders schweren Fällen besteht Lebensgefahr.
Experten raten Menschen mit einer nachgewiesenen Insektengiftallergie deshalb zu einer allergologischen Abklärung und einer vorbeugenden Behandlung. Bei der sogenannten Allergen-Immuntherapie wird das Immunsystem über einen längeren Zeitraum kontrolliert an das Insektengift gewöhnt. Dadurch soll verhindert werden, dass es nach einem neuerlichen Stich zu einer schweren Reaktion kommt.
Der Schutz baut sich laut dem Allergologen Gunter Sturm bereits innerhalb kurzer Zeit auf. Bei einer Behandlung im Krankenhaus könne dies innerhalb weniger Tage der Fall sein, bei einer ambulanten Therapie innerhalb weniger Wochen. Insgesamt dauert die Behandlung drei bis fünf Jahre. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen, möglich ist die Therapie auch für Kinder ab fünf Jahren.
Für Menschen mit schweren allergischen Reaktionen bleibt Adrenalin das wichtigste Notfallmedikament. Es sollte im Ernstfall möglichst rasch eingesetzt werden. Eine normale Rötung oder Schwellung direkt an der Einstichstelle ist dagegen in der Regel kein Anzeichen für einen lebensbedrohlichen Verlauf.
Treten hingegen Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Hals, Heiserkeit, Herzrasen, starker Schwindel, Erbrechen oder Bewusstlosigkeit auf, muss sofort gehandelt werden: Adrenalin verabreichen, den Betroffenen richtig lagern und 144 oder 112 verständigen. Bei Bewusstlosigkeit ist die stabile Seitenlage erforderlich.






