Zweites Gleis zwischen Bozen und Meran: Umweltverbände dafür

Am 26. August kamen Vertreter der Umweltverbände mit STA-Generaldirektor Joachim Dejaco, Amtsdirektor Alexander Alber sowie den an der Planung beteiligten Fachleuten des Landes und der Südtiroler Transportstrukturen AG (STA) zusammen. Thema waren der aktuelle Stand des Projekts, die Anliegen der Verbände und die nächsten Schritte im Verfahren.
Das Treffen ist Teil des laufenden Austauschs mit verschiedenen Interessengruppen entlang der Bahnlinie. „Ziel des Mobilitätsressorts und der STA ist es, die Planung dieser Infrastruktur für die öffentliche Mobilität im Etschtal im Dialog mit den Menschen dieses Landesteiles voranzubringen“, erklärt STA-Direktor Dejaco.
Die Vertreter der Umweltverbände nutzten das Treffen, um Fragen zu stellen und konkrete Anregungen zum Projekt einzubringen. Diese sollen nun auf ihre Machbarkeit geprüft werden. „Wir haben die Anliegen der Umweltverbände aufgenommen, werden sie auf deren Machbarkeit prüfen und in die nächsten Planungstreffen mit RFI einbringen“, sagt Amtsdirektor Alexander Alber.
Einige der eingebrachten Vorschläge seien laut Alber bereits Bestandteil der aktuellen oder der kommenden Projektphasen.
Umweltverbände begrüßen Jahrhundertprojekt
Hanspeter Staffler, Geschäftsführer des Dachverbands für Natur- und Umweltschutz, unterstützt den zweigleisigen Ausbau ausdrücklich. „Wir als Dachverband für Natur- und Umweltschutz unterstützen den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Meran – Bozen absolut, da er die Bahnmobilität im Etschtal und darüber hinaus in ein neues Zeitalter führen wird“, erklärt Staffler.
Er bezeichnet das Vorhaben als Jahrhundertprojekt, das vom italienischen Schienennetzbetreiber RFI (Rete Ferroviaria Italiana), dem Mobilitätsressort von Landesrat Daniel Alfreider und der STA für Südtirol vorangetrieben werde.
Gleichzeitig sollen nach Ansicht des Dachverbands ökologische Maßnahmen berücksichtigt werden. „Im Zuge der weiteren Planungsphasen werden wir in Zusammenarbeit mit den Mobilitätsverantwortlichen des Landes alle Möglichkeiten nutzen, Ausgleichsmaßnahmen in dieses Infrastrukturprojekt einzubringen“, so Staffler. Damit würden heute die Weichen für eine nachhaltige Mobilität in der westlichen Landeshälfte und zugleich für ökologische Maßnahmen gestellt.
Auch der Heimatpflegeverband Südtirol steht dem Vorhaben positiv gegenüber. Geschäftsführer Florian Trojer erklärt: „Die Investition in eine bessere Bahnverbindung zwischen Meran und Bozen wird von uns als Heimatpfleger begrüßt.“ Gleichzeitig hoffe man auf eine rasche Aufnahme der urbanistischen Verfahrensschritte.
Alfreider: „Komplexe Angelegenheit“
Landesrat Daniel Alfreider betont unterdessen die Herausforderungen des Projekts. „Der zweigleisige Ausbau der Bahnlinie Bozen–Meran ist eine komplexe Angelegenheit“, erklärt er.
Ein wesentlicher Punkt dabei: Die Bahninfrastruktur befindet sich im Eigentum von RFI. Deshalb müssten die Interessen des Landes und der Menschen im Etschtal sorgfältig ermittelt werden. Alfreider ist jedoch überzeugt, dass mit guten Argumenten auch gute Lösungen gefunden werden können.
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