100 Jahre Luis Amplatz: Sein Tod bewegt bis heute

Luis Amplatz war gemeinsam mit Sepp Kerschbaumer und Jörg Klotz Gründungsmitglied des Befreiungsausschusses Südtirol (BAS).
Nach Angaben des Südtiroler Heimatbundes beteiligte er sich auch an den Anschlägen der sogenannten Feuernacht vom 11. auf den 12. Juni 1961. Bereits 1959 war er zudem Gründungsmitglied und Leutnant der Schützenkompanie „Major Josef Eisenstecken“ Gries.
Auch nach der Feuernacht setzte Amplatz seine Widerstandsaktivitäten fort. 1964 wurde er in Abwesenheit zu 25 Jahren Haft verurteilt. Um einer Verhaftung zu entgehen, hielt er sich in Österreich auf, kehrte jedoch wiederholt gemeinsam mit Jörg Klotz heimlich nach Südtirol zurück.
Diese Rückkehr wurde ihm zum Verhängnis. In der Nacht auf den 7. September 1964 hielten sich Amplatz und Klotz mit Christian Kerbler auf einer Heuhütte auf den Brunner Mahdern im Passeiertal auf. Kerbler, der sich laut Heimatbund im Auftrag des italienischen Geheimdienstes in die Gruppe eingeschleust hatte, erschoss Amplatz im Schlaf. Klotz wurde ebenfalls getroffen, überlebte jedoch schwer verletzt.
Kerbler wurde 1969 von einem Geschworenengericht in Perugia wegen Mordes und Mordversuchs zu 20 Jahren Haft verurteilt. Gefasst wurde er allerdings nie. Nach Angaben des Heimatbundes war er sogar noch 1976 in London wegen eines Ladendiebstahls festgenommen worden.
Eine späte politische Würdigung erfuhr der Südtiroler Widerstand 1976 durch den damaligen SVP-Obmann Silvius Magnago. Bei der Landesversammlung in Meran erklärte Magnago, viele Männer und Frauen des Widerstandes hätten „schwere und größte Opfer“ im Einsatz für die Südtiroler Bevölkerung auf sich genommen. Die Anschläge hätten zudem dazu beigetragen, dass die Südtirolfrage international und auch innerhalb Italiens stärker behandelt wurde. Magnago verwies dabei auch auf die Einsetzung der Neunzehnerkommission, die später die Grundlagen für die Südtiroler Autonomie erarbeitete.
Wie groß die Anteilnahme an Amplatz war, zeigte sich bereits bei seiner Beerdigung. Mehr als 20.000 Menschen sollen zu seinem Begräbnis auf dem Oberauer Friedhof in Bozen gekommen sein.
Auf seinem Grab erinnert bis heute ein Leitspruch an seine Verbundenheit mit Südtirol: „Freund, der du die Sonne noch schaust, grüß mir die Heimat, die ich mehr als mein Leben geliebt!“






