von lif 25.08.2026 07:13 Uhr

„Südtiroler sind nicht reich“

Mehrere Medien hatten Südtirol zuletzt aufgrund der durchschnittlichen Bankguthaben als „reichste“ Provinz Italiens bezeichnet. Für die Süd-Tiroler Freiheit zeichnet das ein falsches Bild. 

Symbolbild von Frauke Riether auf Pixabay

„Es ist absurd, aus einem statistischen Durchschnitt abzuleiten, dass die Südtiroler reich seien. Viele Menschen, insbesondere Rentner, müssen heute jeden Cent zweimal umdrehen“, erklärt Landtagsabgeordneter, Sven Knoll. Für zahlreiche Familien und Arbeitnehmer werde es zunehmend schwieriger, sich das normale Leben zu leisten. Als Beispiel nennt die Bewegung die aktuellen Treibstoffpreise. Laut den jüngsten Daten der zuständigen Beobachtungsstelle im italienischen Ministerium für Unternehmen sind die durchschnittlichen Selbstbedienungspreise für Benzin und Diesel in Südtirol derzeit die höchsten Italiens: Benzin kostet im Schnitt rund 2,05 Euro pro Liter, Diesel sogar rund 2,18 Euro.

Durchschnitt sagt nichts über Verteilung

Auch die Entwicklung der Bankguthaben müsse differenziert betrachtet werden, so Knoll. Dass die Guthaben auf dem Papier gestiegen sind, bedeute nicht, dass die Menschen tatsächlich vermögender geworden sind. Die vom Verbraucherverband Adusbef angeführten Zahlen zeigten selbst, dass ein erheblicher Teil des Zuwachses von der Inflation aufgezehrt wurde.

Zudem sage ein Durchschnittswert nichts darüber aus, wie das Geld verteilt ist. Wenn einige wenige sehr hohe Guthaben besitzen, steige der Durchschnitt automatisch, auch wenn viele Menschen kaum Rücklagen haben. „Ein durchschnittliches Bankguthaben von 30.400 Euro sagt überhaupt nichts darüber aus, wie viel Geld eine durchschnittliche Südtiroler Familie tatsächlich zur Verfügung hat“, betont Knoll.

Die Süd-Tiroler Freiheit fordert eine differenziertere Betrachtung der wirtschaftlichen Lage. Entscheidend sei nicht der statistische Durchschnitt, sondern ob sich die Menschen Wohnen, Heizen, Mobilität und Lebensmittel noch leisten können. „Südtirol ist kein Land, in dem alle im Geld schwimmen. Viele Menschen arbeiten hart und können sich trotzdem immer weniger leisten. Die Politik darf diese Realität nicht hinter statistischen Durchschnittswerten verstecken“, stellt Knoll klar.

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