von lif 20.08.2026 17:07 Uhr

Lohnplus in Südtirol, aber die Teuerung frisst mit

Das AFI hat die Lohnentwicklung im Südtiroler Privatsektor über zehn Jahre untersucht. Grundlage sind Daten des Sozialfürsorgeinstituts NISF zur durchschnittlichen Bruttoentlohnung pro Tag. Das Ergebnis: Die Löhne in der Südtiroler Privatwirtschaft liegen im Schnitt zehn Prozent über dem italienischen Niveau.

Bild: APA/dpa

Ein Vollzeitbeschäftigter verdiente 2024 in Südtirol im Durchschnitt 130 Euro brutto pro Tag, in Italien waren es 118 Euro. Führungskräfte kamen in Südtirol auf 589 Euro, Angestellte auf 142 Euro und Arbeiter auf 112 Euro. Auffällig sei, dass der Lohnvorteil gegenüber Italien bei den niedrigeren Qualifikationen am größten ist. Arbeiter verdienen hierzulande gut 19 Prozent mehr als im staatlichen Schnitt, bei Führungskräften sind es nur rund sechs Prozent.

Südtirol holt im Provinzenranking auf

Der Vorsprung ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Vor zehn Jahren lag der Unterschied zum gesamtstaatlichen Durchschnitt noch bei rund vier Prozent, heute sind es zehn Prozent. Im Ranking der italienischen Provinzen liegt Bozen inzwischen auf Platz drei, hinter Mailand und Rom. Vor zehn Jahren war es noch Platz acht. 

Die Nominallöhne im Privatsektor sind hierzulande seit 2014 um 21,5 Prozent gestiegen, italienweit nur um 14,2 Prozent. „Dass sich die Lohnentwicklung in Südtirol zunehmend von der gesamtstaatlichen Dynamik abkoppelt, werten wir zunächst als sehr positive Entwicklung“, sagt AFI Direktor Stefan Perini. Doch Perini schränkt gleich ein: „Wären da nicht die hohen Lebenshaltungskosten.“ Denn während die Löhne in Südtirol um 21,5 Prozent zulegten, stiegen die Verbraucherpreise im selben Zeitraum um 27,3 Prozent. 

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