von lif 13.08.2026 18:54 Uhr

Abnehmspritze wird zur Pille

Das bekannte Abnehmmittel Wegovy soll es bald auch in Tablettenform geben. In Deutschland ist der Marktstart für den 1. September geplant.

Bild: APA/THEMENBILD

Wie es heißt, enthält die Tablette denselben Wirkstoff wie die bisherige Spritze: den GLP-1-Rezeptoragonisten Semaglutid. Novo Nordisk Österreich konnte am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur APA allerdings noch kein genaues Datum für die Einführung hierzulande nennen.

Es handelt sich um ein verschreibungspflichtiges Medikament. Zugelassen ist es zur Behandlung von Erwachsenen mit Adipositas (BMI ab 30) oder mit Übergewicht (BMI ab 27) in Verbindung mit einer gewichtsbezogenen Begleiterkrankung, wie Diabetes, Bluthochdruck oder einem Herzinfarkt in der Vorgeschichte. Ein Unterschied zwischen den beiden Darreichungsformen: Die Injektionslösung ist auch für adipöse Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, die Tabletten hingegen nur für Erwachsene.

Ähnliche Wirkung, komplexe Einnahme

Laut der deutschen „Pharmazeutischen Zeitung“ sind die Unterschiede zwischen Spritze und Tablette gering. In der Zulassungsstudie erzielte die Tablette eine vergleichbare Gewichtsabnahme wie die Spritze. Nach 64 Wochen im Schnitt minus 13,6 Prozent, verglichen mit minus 2,2 Prozent unter einem Scheinmedikament. Auch die möglichen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sind laut Europäischer Arzneimittelagentur (EMA) bei beiden Formen gleich.

Etwas komplizierter ist allerdings die Einnahme. Die Tabletten müssen auf nüchternen Magen nach mindestens acht Stunden Fasten mit einem halben Glas Wasser geschluckt werden. Eine halbe Stunde danach darf nichts gegessen oder getrunken werden. Gerade dieser Abstand zur nächsten Mahlzeit sei für die Aufnahme des Wirkstoffs entscheidend.

Weil Semaglutid nach dem Schlucken sehr schlecht aufgenommen wird, ist für die Tabletten die 70-fache Menge des Wirkstoffs nötig wie für die Spritze. Ob Tablette oder Spritze, bleibe daher letztlich Geschmackssache, so die „Pharmazeutische Zeitung“. Wichtig sei in beiden Fällen, dass zusätzlich auch Ernährung und Bewegung angepasst würden.

APA/UT24 

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