Eine Woche am Gardasee, die stark macht

Wie der Verein AEB – Aktive Eltern von Menschen mit Behinderung mitteilt, organisierte er im Juli 2026 erstmals die Gardaseewoche „Sun & Fun“. Eine Woche lang verbrachten die Teilnehmer gemeinsam mit einem Betreuungsteam unbeschwerte Tage am See. Zugleich bot die Woche viele Gelegenheiten, Selbstständigkeit zu üben und Verantwortung zu übernehmen. Die Woche sei weit mehr als eine Auszeit vom Alltag gewesen, betont der Verein. Die jungen Erwachsenen übernahmen Verantwortung für das Zusammenleben: Sie kochten gemeinsam, deckten den Tisch, räumten auf und gestalteten den Tagesablauf aktiv mit. Ziel war es, ihre Selbstständigkeit zu fördern und den Ablösungsprozess von den Eltern zu unterstützen. Dabei hätten die Teilnehmer erlebt, dass sie sich vieles selbst zutrauen dürfen und mit etwas Unterstützung oft mehr schaffen, als sie glauben.
Wertvoll waren laut AEB auch die neuen Begegnungen. Viele verbrachten erstmals mehrere Tage mit Betreuungspersonen, die sie zuvor kaum kannten. Gerade dadurch entstanden vertrauensvolle Beziehungen und persönliche Gespräche. Betreuer Hans Monthaler berichtet, dass die jungen Erwachsenen diese Zeit häufig nutzten, um Themen anzusprechen, die sie beschäftigten. Solche Begegnungen stärkten das Selbstvertrauen nachhaltig.
Unvergessliche Erlebnisse
Die Erlebnisse der Woche werden den Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben. Für Jan war seine Geburtstagsfeier das absolute Highlight. Er freute sich über die Überraschung und die Geschenke und bereitete für alle einen Cocktail zu. Auch Mara wird die Woche nicht so schnell vergessen. Am meisten habe ihr Gardaland gefallen, erzählt sie. Zuerst habe sie Angst vor der Achterbahn gehabt, sich dann aber getraut und sei danach richtig stolz auf sich gewesen.
Für das Betreuungsteam bleiben ebenfalls besondere Momente in Erinnerung. Laura Biasetto erzählt von der Rettung einer verletzten Taube: Niemand habe gezögert, alle hätten helfen wollen. Das habe gezeigt, wie viel Mitgefühl und Verantwortung in der Gruppe stecke.
Verantwortung rund um die Uhr
Eine solche Ferienwoche bringt laut AEB auch große Verantwortung mit sich. Die Betreuungspersonen begleiten die Teilnehmer sieben Tage lang rund um die Uhr, Rückzugsmöglichkeiten gibt es kaum. Die Herausforderung bestehe darin, Aufgaben nicht einfach selbst zu übernehmen, sondern die jungen Erwachsenen anzuleiten und ihnen zuzutrauen, Verantwortung selbst zu tragen. Gerade darin liege der pädagogische Wert.
Vizepräsidentin Irmhild Beelen betont die Bedeutung solcher Angebote. Junge Menschen mit Behinderung hätten dieselben Wünsche und Träume wie alle anderen. Mit der Gardaseewoche schaffe man einen geschützten Rahmen, in dem genau das möglich werde. Es berühre immer wieder zu sehen, wie die Teilnehmer über sich hinauswüchsen und mit mehr Selbstvertrauen nach Hause zurückkehrten. Solche Erfahrungen stärkten nicht nur die jungen Menschen, sondern entlasteten auch ihre Familien.






