von ih 07.08.2026 15:01 Uhr

Südtirols Bahnhöfe vor dem Wandel

Die Bahnhöfe in Südtirol sollen künftig noch besser an Busse, Radwege und andere nachhaltige Verkehrsmittel angebunden werden. Die Landesregierung hat dazu auf Vorschlag von Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider den Entwurf eines Einvernehmensprotokolls mit dem italienischen Schienennetzbetreiber Rete Ferroviaria Italiana (RFI) genehmigt.

Foto: LPA/Alessandro Veronesi

Ziel der Vereinbarung ist es, die Bahnhöfe zu modernen Mobilitätszentren weiterzuentwickeln und den Umstieg zwischen Zug, Bus, Fahrrad, Fußwegen sowie Sharing-Angeboten und Elektromobilität zu erleichtern. Südtirol nimmt in diesem Bereich bereits eine Vorreiterrolle ein. Als Beispiele gelten die Mobilitätszentren in Brixen und Bruneck, wo verschiedene Verkehrsmittel an einem Standort miteinander verknüpft sind.

„Der Bahnhof ist nicht nur der Ort, an dem ein Zug hält. Er ist der Verbindungspunkt zwischen Menschen, Orten und unterschiedlichen Verkehrsmitteln“, betonte Landesrat Daniel Alfreider (SVP) nach der Sitzung der Landesregierung. Wer nachhaltige Mobilität fördern wolle, brauche kurze Wege, klare Verbindungen und barrierefreie Zugänge.

Wie es nun weitergeht

Nach der Unterzeichnung des Protokolls wird ein ständiger technischer Arbeitstisch zwischen dem Land Südtirol und RFI eingerichtet. Daran beteiligt sind auch die Landesabteilung Mobilität sowie die Südtiroler Transportstrukturen AG (STA). Gemeinsam soll ein Programm zur Weiterentwicklung der Bahnhöfe ausgearbeitet werden.

Innerhalb von sechs Monaten ist zunächst eine umfassende Analyse der Bahnhöfe und ihres Umfeldes vorgesehen. Dabei sollen unter anderem die Anbindung an Buslinien, Rad- und Fußwege, Park-and-Ride-Anlagen, Sharing-Dienste sowie die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge untersucht werden. Ein besonderes Augenmerk gilt zudem der Barrierefreiheit und einer besseren Verbindung zwischen den Bahnhöfen und den Ortszentren.

Nach Angaben des Landes entstehen durch das Einvernehmensprotokoll zunächst keine zusätzlichen Belastungen für den Landeshaushalt. Über konkrete Projekte, deren Finanzierung und die jeweiligen Zuständigkeiten soll erst in weiteren Vereinbarungen zwischen Land, RFI und den betroffenen Gemeinden entschieden werden.

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