von mmh 05.08.2026 13:38 Uhr

EDV-Chaos im Sanitätsbetrieb: Millionen bleiben offen

Das neue EDV-System NGH sorgt im Südtiroler Sanitätsbetrieb weiterhin für Probleme. Laut einer Antwort von Landesrat Hubert Messner auf eine Landtagsanfrage des Team-K-Abgeordneten Franz Ploner stehen derzeit fast 4,7 Millionen Euro an Forderungen für ambulante Leistungen aus.

Symbolbild/Pixabay

Besonders betroffen ist der Gesundheitsbezirk Brixen. Dort werden seit Dezember 2025 keine Rechnungen für ambulante Leistungen mehr verschickt. Die Verrechnung der im Dezember erbrachten Leistungen soll laut Antwort des Landesrates frühestens im Juli 2026 erfolgen – also rund acht Monate nach der eigentlichen Leistungserbringung.

Rund 200.000 Euro Einnahmen pro Monat fehlen

Durch die Verzögerungen entgehen dem Sanitätsbetrieb im Gesundheitsbezirk Brixen laut Ploner monatlich rund 200.000 Euro an Einnahmen. Allein dadurch ergibt sich vorübergehend ein Ausfall von rund 1,6 Millionen Euro.

Seit Mai 2026 dürfte sich die Situation auch im Gesundheitsbezirk Bruneck wiederholen, nachdem dort das gleiche System eingeführt wurde.

Aus der Antwort von Landesrat Messner geht zudem hervor, dass die offenen Forderungen für ambulante Leistungen in allen vier Gesundheitsbezirken seit 2023 auf knapp 4,7 Millionen Euro angestiegen sind. Ob das neue System auch zu einem tatsächlichen Rückgang der ambulanten Visiten geführt habe, blieb laut Ploner unbeantwortet.

Mehrere Ausfälle des Systems

Neben den Problemen bei der Verrechnung kam es laut der Anfrage auch zu mehreren technischen Störungen. Am 8. April fiel die Software in allen Gesundheitsbezirken für rund drei Stunden vollständig aus. Weitere Probleme betrafen im Jänner und Juni die ambulante Krankenakte sowie wiederholt die elektronische Rezeptausstellung.

Für Wartung und Support des Systems zahlt der Sanitätsbetrieb dem Hersteller GPI über einen Zeitraum von vier Jahren rund 2,1 Millionen Euro. Das entspricht jährlichen Kosten von 526.562 Euro.

Ploner fordert politische Konsequenzen

„Ein Betrieb, der acht Monate auf seine Rechnungen wartet und gleichzeitig Millionen für ein instabiles System zahlt, braucht dringend eine politische Kurskorrektur“, erklärt Franz Ploner.

Die politische Verantwortung für die Situation liege laut dem Team-K-Abgeordneten beim zuständigen Landesrat.

  • Foto: Franz Ploner - Team K
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