Flug oder Bahn? Liste Fritz fordert Kurswechsel in Verkehrspolitik

Auslöser der Kritik sind die jüngsten Aussagen der Austrian Airlines zur Zukunft der Flugverbindung zwischen Innsbruck und Wien. Laut Zöttl stehe die Strecke auf dem Prüfstand, eine langfristige Garantie gebe es nicht. Auch das Aus der Verbindung Wien–Graz zeige, dass innerösterreichische Flugverbindungen zunehmend unter Druck geraten.
„Alternativen müssen jetzt vorbereitet werden“
„Wer Tirols Verkehrsanbindung allein auf den Flughafen Innsbruck und das Wohlwollen einzelner Fluggesellschaften stützt, verweigert sich der Realität“, erklärt Zöttl. Alternativen müssten rechtzeitig vorbereitet werden – und nicht erst dann, wenn eine Flugverbindung eingestellt werde.
Die Liste Fritz betont, dass Tirol auch künftig eine leistungsfähige Anbindung an Wien, München und andere internationale Verkehrsdrehkreuze brauche. Diese müsse jedoch nachhaltig und zukunftsorientiert organisiert werden.
Kritik an Millionenförderung für Fluglinien
Den Vorstoß der FPÖ, jährlich bis zu 15 Millionen Euro für eine geförderte Flugverbindung bereitzustellen, weist Zöttl entschieden zurück. Eine solche Finanzierung sichere die Strecke Innsbruck–Wien nicht dauerhaft, sondern nur so lange, wie öffentliche Gelder fließen würden.
„Die Steuerzahler tragen das Risiko, während sich eine Fluglinie jederzeit zurückziehen kann“, so der Landtagsabgeordnete. Die Mittel würden zudem Kurzstreckenflüge gegenüber der Bahn bevorzugen und Geld binden, das für neue Mobilitätsangebote fehlen würde.
Geld soll in die Schiene fließen
Statt Fluggesellschaften zu unterstützen, fordert die Liste Fritz Investitionen in die Bahninfrastruktur. Die frei werdenden Mittel sollten über mehrere Jahre gebündelt und in konkrete Schienenprojekte fließen. Unter anderem solle eine Tiroler beziehungsweise österreichische Beteiligung am Ausbau des sogenannten Großen Deutschen Ecks geprüft werden.
Darüber hinaus müsse auch die Bahnverbindung zum Flughafen München verbessert werden. Tirol dürfe sich nicht von einer einzigen Flugstrecke, einem Flughafen oder einer Fluggesellschaft abhängig machen, betont Zöttl.
Kritik an Landesrat Gerber
Kritische Worte richtet der Abgeordnete auch an Wirtschafts- und Tourismuslandesrat Mario Gerber. Dieser kündige zwar regelmäßig Gespräche und Prüfungen an, konkrete Ergebnisse blieben jedoch aus.
„Es braucht einen seriösen Mobilitätsplan mit konkreten Maßnahmen, Finanzierung und Zeitplan“, fordert Zöttl. Tirol brauche eine langfristige Strategie für Schiene, Straße und Luftverkehr – und zwar jetzt.






