von lif 03.08.2026 14:59 Uhr

„Barrierefreiheit ist ein Grundrecht“

Ständig defekte Lifte, fehlende Informationen, keine Lösung in Sicht: Am Bahnhof Kufstein stoßen mobilitätseingeschränkte Menschen immer wieder auf Hürden. Die FPÖ kündigt nun parlamentarische Anfragen an.

Bild: APA (Symbolbild/dpa)

Auslöser der Kritik sind die wiederholten Ausfälle der Aufzüge. FPÖ-Nationalratsabgeordneter und Kufsteiner Gemeinderat Christofer Ranzmaier, an den sich zuletzt mehrere Betroffene gewandt haben, zeigt sich fassungslos. Wer mit Kinderwagen, Rollstuhl, Rollator oder schwerem Gepäck unterwegs sei, müsse sich am Kufsteiner Bahnhof regelmäßig auf böse Überraschungen einstellen, so Ranzmaier. Eine derart wichtige Verkehrsdrehscheibe dürfe nicht laufend an ihrer grundlegenden Barrierefreiheit scheitern. Betroffenen zufolge seien die Liftanlagen mittlerweile an mehr Tagen außer Betrieb als in Betrieb.

Betroffen sei nicht nur der Aufzug auf den Zeller Steg, sondern auch die Lifte innerhalb des Bahnhofs. Für Menschen, die zwingend darauf angewiesen seien, bedeute das im schlimmsten Fall, dass sie ihren Zug nicht erreichten oder den Bahnsteig nicht wechseln könnten.

Besonders unverständlich ist für Ranzmaier die mangelhafte Information durch die ÖBB. An anderen Bahnhöfen, wie in Innsbruck, würden defekte Aufzüge zumindest über die ÖBB-App angezeigt. In Kufstein erführen viele Menschen dagegen erst direkt vor dem defekten Lift, dass ihr Weg versperrt sei. Die ÖBB scheitere in Kufstein damit gleich doppelt.

Keine Lösung für Stadtteil Zell in Sicht

Auch bei der langfristigen Anbindung des Stadtteils Zell sieht Ranzmaier keine tragfähige Lösung. Die Planungen für einen neuen Zeller Steg lägen so weit in der Zukunft, dass das Projekt trotz jahrelanger Gespräche noch nicht einmal im aktuellen ÖBB-Rahmenplan aufscheine. Seit Jahren werde nur geredet, geprüft und aneinander vorbei verhandelt, kritisiert der Abgeordnete. Gleichzeitig gebe es weder eine dauerhaft funktionierende Liftanlage noch einen konkreten Zeitplan für eine neue, barrierefreie Verbindung. Das sei kein Konzept, sondern organisierter Stillstand, den nach seinen Angaben nicht allein die ÖBB, sondern auch die Stadtgemeinde Kufstein und Kufstein mobil zu verantworten hätten.

Barrierefreiheit sei kein Luxus, sondern ein Grundrecht, betont Ranzmaier.

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