von Alexander Wurzer 01.08.2026 09:33 Uhr

Influencer verwechselt Südtirols Pässe mit einer Rennstrecke

Die Dolomiten sind ein UNESCO-Weltnaturerbe und ein Ort, der Respekt verdient. Doch für manche Social-Media-Sternchen scheinen unsere Passstraßen nur eine billige Kulisse für die Jagd nach Klicks zu sein. Ein aktuelles Video sorgt derzeit für massiven Unmut bei den Südtirolern.

Foto: Bildschirmbild auf Facebook/David Bost Stunt Rider (Official)

Quietschende Reifen, riskante Kurvenmanöver am Limit und ein geradezu arroganter Kommentar: „Hier oben wird die Luft etwas dünner, und dann kriegt er nicht mehr so viel Leistung.“ Während der Fahrer der Facebook-Seite „David Bost Stunt Rider“ über den angeblichen Leistungsabfall seines Wagens in der Höhenluft jammert, reißt den Einheimischen endgültig der Geduldsfaden. Das Video, das auf einer Südtiroler Bergstraße aufgenommen wurde, dokumentiert nicht nur rücksichtsloses Fahren, sondern offenbart eine erschreckende Ignoranz gegenüber der Natur und der lokalen Bevölkerung.

„Unser Südtirol ist keine Rennstrecke!“

Die Reaktionen im Netz fallen dementsprechend deutlich und emotional aus. In den Kommentarspalten entlädt sich die aufgestaute Wut vieler Südtiroler über das Dauerproblem der Pässe-Raser. „Wenn ihr die Dolomiten schon so klasse findet und sowas noch nie gesehen habt, dann genießt sie auch!“, schreibt ein Nutzer. Andere weisen völlig zurecht darauf hin, dass diese sensible Alpenregion ein UNESCO-Weltnaturerbe ist. Wer hier zu Gast ist, hat sich entsprechend zu benehmen.

Die Botschaft unzähliger Kommentare ist unmissverständlich: Wer meint, seine Leistungsgrenzen austesten zu müssen, soll auf eine abgeriegelte Rennstrecke gehen. Krawall-Touristen, die unsere Heimat als persönlichen Abenteuerspielplatz betrachten, sind hier definitiv nicht erwünscht.

Organisierte Rücksichtslosigkeit für Social Media

Besonders brisant an dem Vorfall: Offenbar handelte es sich nicht um eine spontane Dummheit. Es waren andere Personen beteiligt, die die Strecke per Funk absicherten und durchgaben, ob Gegenverkehr droht oder man ungestört aufs Gaspedal steigen kann. Dieses organisierte Vorgehen für ein paar Likes in den sozialen Netzwerken ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die unter der enormen Lärm- und Abgasbelastung auf den Passstraßen leiden.

Ruf nach Konsequenzen wird lauter

Der Vorfall wirft einmal mehr ein dunkles Licht auf die Auswüchse des sogenannten Influencer-Tourismus. Es geht längst nicht mehr um das Naturerlebnis, sondern rein um die rücksichtslose Selbstinszenierung im Netz. Da das Nummernschild des Wagens im Video gut erkennbar ist, hoffen nun viele auf ein Einschreiten der Behörden. Es braucht endlich harte Konsequenzen und spürbare Strafen, um diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben. Wer sich auf unseren Straßen derart rücksichtslos verhält und andere gefährdet, hat hinter dem Steuer schlichtweg nichts verloren.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite