von lif 31.07.2026 18:22 Uhr

Muren begraben Kläranlage unter Schlamm

Ein heftiges Unwetter hat die Kläranlage in Sölden schwer getroffen. Muren begruben die Anlage unter Geröll und Schlamm. Nun muss das Abwasser vorübergehend ungeklärt in die Ötztaler Ache geleitet werden.

Bild: FF Sölden

Wie die Gemeinde mitteilt, wurde die Kläranlage am Mittwochabend durch mehrere Muren massiv beschädigt. Das Betriebsgelände wurde großflächig verschüttet, praktisch die gesamte Anlage wurde meterhoch von Geröll, Schlamm und Wassermassen bedeckt. Die Aufräumarbeiten laufen bereits mit Hochdruck. Wie lange sie dauern werden, lässt sich derzeit aber noch nicht abschätzen.

Die Situation stelle eine Ausnahmesituation dar, erklärt Söldens Bürgermeister Ernst Schöpf. Wegen der massiven Verschüttung und Überflutung sei die Kläranlage derzeit nicht funktionsfähig, das anfallende Abwasser könne vorübergehend nicht behandelt werden. Vermutlich seien auch die Kanalsysteme für den Zufluss beschädigt, sodass das Abwasser gar nicht erst in der Anlage ankomme. Um die Anlage und das Kanalsystem freizuräumen und instand zu setzen, sei eine vorübergehende Umleitung der Abwässer direkt in die Ötztaler Ache erforderlich. Die Gemeinde als Betreiberin hat dafür bei der Behörde ein Ansuchen gestellt.

Behörde genehmigt Notmaßnahme

Die Behörde prüfte das Ansuchen sowie mögliche Alternativen umgehend. Aufgrund der Ausnahmesituation wurde es nach Begutachtung durch Amtssachverständige der Abteilung Wasserwirtschaft mit einer einstweiligen Verfügung genehmigt. Die Maßnahme ist befristet bis die Kläranlage zumindest teilweise wieder in Betrieb genommen werden kann. Begleitend muss das Gewässer überwacht werden.

Nach derzeitigem Kenntnisstand seien durch diese befristete Notmaßnahme keine umweltrelevanten oder gesundheitlichen Auswirkungen zu erwarten, heißt es. Die Trinkwasserversorgung der Region ist nicht betroffen, da sie aus höher gelegenen Quellgebieten erfolgt.

Unabhängig davon führt die Ötztaler Ache infolge des Unwetters weiterhin sehr viel Wasser und Feststoffe aus den Murenabgängen. Aus Sicherheitsgründen wird dringend gebeten, die Uferbereiche bis auf Weiteres zu meiden.

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