von ih 31.07.2026 11:29 Uhr

Quästur Bozen sichert deutschsprachige Betreuung zu

Nach einer Beschwerde des Südtiroler Heimatbundes (SHB) hat die Quästur Bozen Maßnahmen angekündigt, um die Betreuung deutschsprachiger Bürger zu verbessern. Anlass war ein Vorfall, bei dem SHB-Obmann Roland Lang nach eigenen Angaben am Eingang der Quästur keine Auskunft auf Deutsch erhalten hatte.

Quästur Bozen (Symbolbild) - Foto: SHB

Viele Polizisten konnten kein Deutsch

Roland Lang hatte sich in einem Schreiben an den Bozner Quästor darüber beklagt, dass die diensthabenden Polizeibeamten kein Deutsch gesprochen hätten. Dies stehe im Widerspruch zu den gesetzlichen Bestimmungen, wonach auch die Staatspolizei Bürger in ihrer Muttersprache bedienen müsse.

In seiner Antwort räumt der stellvertretende Quästor Giorgio Porroni den Vorfall ein und bedauert die entstandenen Unannehmlichkeiten. Die betroffenen Beamten hätten erklärt, zunächst versucht zu haben, sich auf Deutsch zu verständigen. Da ihre Sprachkenntnisse jedoch für ein komplexeres Gespräch nicht ausgereicht hätten, hätten sie vorgeschlagen, einen zweisprachigen Kollegen hinzuzuziehen.

So reagierte die Quästur - Dank von LH

Nach Angaben der Quästur wurde das Wachpersonal inzwischen ausdrücklich angewiesen, bei Verständigungsschwierigkeiten mit deutschsprachigen Besuchern umgehend die Unterstützung zweisprachiger Mitarbeiter anzufordern, die sich im Dienst befinden.

Auch Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) nahm zu dem Vorfall Stellung. In einem Schreiben an Lang kündigte er an, sich an den Quästor zu wenden und auf die konsequente Einhaltung der Bestimmungen zum Schutz der sprachlichen Minderheiten sowie der Autonomiebestimmungen hinzuweisen. Zugleich dankte Kompatscher dem SHB-Obmann für dessen Einsatz zugunsten der Minderheitenrechte und betonte, dass Hinweise dieser Art dazu beitrügen, das Bewusstsein für die sprachlichen Rechte der Bürgerinnen und Bürger zu stärken.

„Letztlich liegt es an uns“

Für Roland Lang sind die Zusagen der Verantwortlichen zwar ein positives Signal. Entscheidend sei jedoch, dass die Bürger ihre Sprachrechte auch tatsächlich einfordern.

„Viele schöne Worte – letztlich liegt es an jedem von uns, ob wir unser Recht auf Gebrauch unserer Muttersprache einfordern“, so der SHB-Obmann abschließend.

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