3,3 Milliarden Euro an Renten in Südtirol

Für die Analyse stützt sich das ASTAT auf die Mikrodaten des Nationalinstituts für soziale Fürsorge (NISF). Ausgewertet wurden sämtliche inländischen Rentenleistungen, deren Empfängerinnen und Empfänger ihren meldeamtlichen Wohnsitz in Südtirol haben.
Die wichtigsten Zahlen im Überblick
Im Jahr 2024 wurden in Südtirol insgesamt 181.475 Rentenleistungen an 135.793 empfangsberechtigte Personen ausbezahlt. Zusammen ergab das einen Gesamtbetrag von über 3,3 Milliarden Euro.
Der durchschnittliche Betrag pro Rentenleistung lag bei 18.340 Euro, der Medianwert bei 13.795 Euro. Je empfangsberechtigte Person betrug das durchschnittliche Renteneinkommen 24.509 Euro, der Median 21.848 Euro. 27,8 Prozent der Rentenempfangenden bezogen mindestens zwei Rentenleistungen.
Gegenüber dem Vorjahr sind sowohl die Zahl der Rentenleistungen als auch jene der Rentenempfangenden um 1,7 Prozent gestiegen. Im Vergleich zu 2015 nahmen sie um 6,7 Prozent beziehungsweise 8,0 Prozent zu.
Auch nach Abzug der Inflation ein Plus
Unter Berücksichtigung der Inflation fallen die Zuwächse geringer aus. Die Inflationsrate in Südtirol betrug 2024 1,4 Prozent, zwischen 2015 und 2024 lag sie bei 26,7 Prozent. Auch inflationsbereinigt weisen jedoch alle Beträge positive Veränderungen gegenüber 2023 und 2015 auf.
Südtirol im Vergleich mit anderen Gebieten
Beim Anteil der Rentenausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) verzeichnet Südtirol seit Jahren mit rund zehn Prozent (2024: zehn Prozent) den niedrigsten Wert unter den betrachteten Gebieten. Während der Covid-Pandemie fiel er 2020 mit 10,8 Prozent etwas höher aus. Der gesamtstaatliche Durchschnitt lag 2024 bei 16,4 Prozent, die höchsten Werte wurden in Kalabrien verzeichnet (24,7 Prozent).
Die Pensionierungsrate betrug in Südtirol 2024 33,9 Prozent. Nur Kampanien wies einen niedrigeren Wert auf (33,0 Prozent), der gesamtstaatliche Durchschnitt lag bei 38,3 Prozent.
Der durchschnittliche Südtiroler Jahresrentenbetrag war 2024 mit 18.340 Euro der höchste in ganz Italien und lag deutlich über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt von 15.822 Euro. Setzt man diesen Betrag jedoch ins Verhältnis zum BIP pro Kopf, weist Südtirol den niedrigsten Wert auf (29,8 Prozent). Der höchste Wert wurde in Sizilien verzeichnet (60,3 Prozent).
Altersrenten mit dem höchsten Anteil
2024 stach Südtirol als das Gebiet Italiens mit dem höchsten Anteil an Altersrenten hervor (69,4 Prozent). Der Anteil der Invaliditätsrenten war hingegen am niedrigsten (2,8 Prozent). Der gesamtstaatliche Durchschnitt betrug bei den Altersrenten 53,6 Prozent, bei den Invaliditätsrenten 3,9 Prozent. Den letzten Platz nimmt Kampanien ein, wo die Altersrenten nur 39,1 Prozent ausmachen und die Fürsorgerenten mit 34,5 Prozent stärker ins Gewicht fallen. In Südtirol machen die Fürsorgerenten dagegen 6,9 Prozent aus.
In allen betrachteten Gebieten verzeichneten die Altersrenten den mit Abstand höchsten Durchschnittsbetrag der fünf Rentenarten. Am höchsten war er im Latium mit 25.591 Euro je Rente. In Südtirol lag der Betrag bei 21.985 Euro, womit Südtirol auf Platz sieben und etwa in der Mitte der norditalienischen Regionen kommt. Als Gründe für die relativ niedrigen Altersrenten nennt das ASTAT unter anderem den niedrigsten Anteil an Personen mit Sekundarschulabschluss unter allen untersuchten Gebieten sowie einen hohen Anteil an Arbeitsplätzen in Wirtschaftszweigen mit niedrigen Einkommen und einer begrenzten Zahl an Arbeitstagen.
Rentenempfangende und ihr Anteil an der Bevölkerung
Die 135.793 Rentenempfangenden entsprachen 25,2 Prozent der durchschnittlichen Gesamtbevölkerung, ein Anstieg gegenüber 2015 (24,2 Prozent). Auf gesamtstaatlicher Ebene lag der Wert mit 27,5 Prozent etwas höher. Das Gebiet mit dem höchsten Anteil war Ligurien (30,5 Prozent).
2024 waren 51,2 Prozent der Rentenempfangenden Frauen, das sind 2,0 Prozentpunkte weniger als 2015. Sie bezogen insgesamt 42,7 Prozent der Gesamtausgaben (minus 0,4 Prozentpunkte gegenüber 2015).
Höchstes Renteneinkommen in Bozen
Das durchschnittliche Renteneinkommen fällt in den Bezirksgemeinschaften unterschiedlich hoch aus. Der höchste Durchschnittsbetrag wurde in Bozen erreicht (27.777 Euro, Median 25.021 Euro). Dort bezogen 20,9 Prozent der Rentenempfangenden 23,7 Prozent der gesamten Rentenausgaben. Am niedrigsten war das Renteneinkommen im Vinschgau (Durchschnitt 21.157 Euro, Median 18.504 Euro).
Mehr männliche Rentenbezieher
Zwischen 2015 und 2024 ist die Zahl der Rentenbezieher um 7.502 Personen gestiegen, jene der Rentenbezieherinnen um 2.596 Personen. Auch bei den bezogenen Renten war die Entwicklung ähnlich: Bei den Männern nahm die Zahl um 8.619 zu, bei den Frauen um 2.829.
Die Rentenquote an der Gesamtbevölkerung betrug 33,9 Prozent. Frauen bezogen im Schnitt etwas häufiger eine Rente (36,3 Prozent) als Männer (31,4 Prozent).
Ein, zwei oder mehr Renten
Die Mehrheit der Rentenempfangenden (51.978 Männer und 46.059 Frauen beziehungsweise 72,2 Prozent) erhielt eine einzige Rente. Unter diesen Leistungen überwogen die Altersrenten mit 83,3 Prozent. Das mediane Renteneinkommen bei einer einzigen Rente betrug 25.222 Euro bei den Männern und 14.526 Euro bei den Frauen. Zwei Rentenleistungen bezogen 30.991 Personen (22,8 Prozent), nämlich 11.808 Männer und 19.183 Frauen. Das Medianeinkommen lag hier bei 30.006 Euro (Männer) und 20.470 Euro (Frauen).
Drei oder mehr Renten bezogen 6.765 Personen (5,0 Prozent), also 2.495 Männer und 4.270 Frauen, mit insgesamt 21.456 Rentenleistungen. Das Medianeinkommen betrug 35.087 Euro bei den Männern und 29.480 Euro bei den Frauen. Bei den Frauen mit drei oder mehr Renten überwogen die Hinterbliebenenrenten (5.836 Leistungen beziehungsweise 42,8 Prozent).
Gender Pension Gap weiterhin hoch
Bei allen Rentenarten bestehen deutliche Unterschiede zwischen den von Frauen und Männern bezogenen Beträgen. 2024 lag der durchschnittliche Unterschied (Gender Pension Gap) bei 28,9 Prozent, der mediane bei 32,5 Prozent. Beide Werte sind gegenüber 2015 gesunken (33,4 Prozent beziehungsweise 37,8 Prozent), das Gefälle ist also leicht rückläufig.
Besonders deutlich zeigt sich der Unterschied bei den Altersrenten: Hier betrug der Medianbetrag für Männer 24.954 Euro, für Frauen mit 12.858 Euro etwa die Hälfte. Auch bei den Invaliditätsrenten war der Medianbetrag der Männer höher (15.293 Euro gegenüber 9.995 Euro). Bei den Vorruhestandsgeldern und Hinterbliebenenrenten lagen die Medianbeträge der Frauen dagegen höher. Dabei handelt es sich allerdings um Rentenarten mit vergleichsweise wenigen Beziehenden und niedrigen Beträgen.
Altersrenten im Detail
2024 wurden in Südtirol 115.206 Empfänger von Altersrenten verzeichnet, ein Plus von 14 Prozent gegenüber 2015. Der mediane Jahresbetrag lag bei 21.297 Euro (plus 53,2 Prozent nominal und plus 20,9 Prozent real gegenüber 2015). Die Frauen erhielten eine mediane jährliche Altersrente von 13.821 Euro (2015: 8.205 Euro), die Männer 27.286 Euro (2015: 19.694 Euro).






