Mair rechnet ab: „Knoll inszeniert sich mit falschen Fakten als Samariter“

Die Süd-Tiroler Freiheit hatte zuvor gefordert, dass Pensionierungen künftig als außerordentlicher Fall anerkannt werden, damit Betroffene eine vorzeitige Neuberechnung des sozialen Mietzinses beantragen können. Die Mehrheit im Südtiroler Landtag lehnte diesen Antrag ab. Anlassfall war laut Knoll eine Pensionistin aus Meran, die seit März dieses Jahres eine monatliche Rente von rund 1.300 Euro erhält, davon aber weiterhin fast 840 Euro Miete bezahlen müsse.
Mair widerspricht der Darstellung im Antrag
„Die im Antrag der Süd-Tiroler Freiheit geschilderte Situation hat sich nicht durch eine Pensionierung ergeben. Die eigentliche WOBI-Mieterin war die verstorbene Mutter der Betroffenen, die Wohnung durfte nur unter der Bedingung übernommen werden, dass der Mietzins den wirtschaftlichen Möglichkeiten der Nachfolgerin entspricht. Hier befinden wir uns nicht etwa im Bereich der sozialen Miete, sondern der bezahlbaren Miete. Ein Wohnungstausch, der der Betroffenen eine dem Einkommen angemessene Wohnung ermöglicht hätte, wurde von ihrer Seite anfänglich abgelehnt“, stellt die freiheitliche Wohnlandesrätin klar.
„Pensionierung kein außergewöhnliches Ereignis“
„Eine Pensionierung im Bereich der Altersrente ist, anders als von der Süd-Tiroler Freiheit dargestellt, in den meisten Fällen kein außergewöhnliches Ereignis, wie es etwa der Verlust eines Arbeitsplatzes oder ein Unfall ist. Jemand, der eigentlich keinen Anspruch auf eine Sozialwohnung hätte, darf weiterhin in der Wohnung leben, allerdings unter der Bedingung, dass die Miete dem Einkommen und der Vermögenslage angepasst wird. Das ist mehr als gerecht und eigentlich ein Privileg“, so Mair.
„Kein starres System ohne Augenmaß“
Um dem Eindruck der Untätigkeit entgegenzutreten, betont Mair: „Das WOBI ist kein starres System ohne Augenmaß: bei echten außerordentlichen finanziellen Härtefällen ist eine Neubewertung der Miete gängige Praxis und wird auch zeitnah gewährt.“
Auch bei den Zahlen widerspricht Mair der Darstellung Knolls: „Die Miete für diese über 85 Quadratmeter große Wohnung beträgt 725 Euro im Monat. Da werden sich viele Südtiroler zu Recht ärgern, wenn sie hören, dass Sven Knoll dagegen vorgeht, dass man beim WOBI, wenn kein Anrecht auf eine Sozialwohnung besteht, 725 Euro für 85 Quadratmeter zahlt“, so Mair.
Warnung vor Spekulation mit WOBI-Wohnungen
Wäre der Antrag angenommen worden, hätte das laut der Landesrätin der betroffenen Person nichts genützt: „Hier würden wir Tür und Tor öffnen für allerlei Spekulationen rund um WOBI-Wohnungen, die wir nicht wollen. Da draußen gibt es allerhand Schlaue, vielfach keine Einheimischen, die wohl gehofft haben, dass der Antrag von Sven Knoll durchgeht“, so die Landesrätin. „Was Sven Knoll hier betreibt, ist keine Sozialpolitik, sondern ein peinlicher Versuch, sich mit einem verdrehten Einzelfall als Retter der Pensionisten aufzuspielen“, schließt Mair.






