Einsatz in Rom für Südtirols Berglandwirtschaft

Angeführt wurde die Delegation von Ressortdirektor Ulrich Höllrigl, der derzeit auch geschäftsführender Direktor der Abteilung Landwirtschaft ist. Gesprächspartner war Giuseppe Blasi, Leiter des Ressorts für europäische und internationale Maßnahmen zur Förderung der ländlichen Entwicklung im Landwirtschaftsministerium.
Ein zentrales Anliegen war die Milchwirtschaft im Berggebiet. Diskutiert wurden unter anderem die gekoppelte Milchkuhprämie sowie Vereinfachungen bei den Zertifizierungssystemen „Classyfarm“ und „SQNBA“, dem staatlichen Qualitätssystem für Tierwohl und Nachhaltigkeit. Gerade kleinere Bergbauernhöfe dürften durch die bürokratischen Anforderungen nicht überfordert werden, betonte Höllrigl. Die Vorschläge seien gemeinsam mit dem Südtiroler Bauernbund und dem Sennereiverband ausgearbeitet worden.
Ein weiteres Thema war die Öko-Regelung 1 (Echoschema 1), die Tierwohl und Tiergesundheit fördert. Aus Sicht der Südtiroler Vertreter müsse sichergestellt werden, dass die besonderen Leistungen der Berglandwirtschaft auch künftig angemessen berücksichtigt werden.
Auch der Weinbau kam zur Sprache. Aufgrund der Hanglagen werden in Südtirol zahlreiche Rebflächen auf Terrassen bewirtschaftet. Die dafür notwendigen Terrassen- und Wendeflächen werden bei der Flächenerhebung jedoch nicht immer als Weinbauflächen anerkannt, was zu Nachteilen bei der Flächenberechnung führen kann. Laut Höllrigl habe Blasi Verständnis für diese Problematik gezeigt und mögliche Lösungsansätze in Aussicht gestellt.
Positiv bewertet wurde zudem das Signal aus Rom, wonach einige der Südtiroler Vorschläge bereits im nächsten ministeriellen Rundschreiben berücksichtigt werden könnten. Blasi habe außerdem die Bedeutung der Berglandwirtschaft für den Erhalt des ländlichen Raums hervorgehoben und Südtirol dabei als Vorzeigebeispiel bezeichnet.
Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Die Südtiroler Delegation sprach sich dafür aus, dass auch in der nächsten Förderperiode regionale Gestaltungsspielräume erhalten bleiben. Als Beispiele wurden die gezielte Förderung von Wirtschaftsgebäuden wie Stallbauten sowie das in Südtirol bewährte System der Erschwernispunkte genannt.
Unterstützung erhält dieses Anliegen auch auf politischer Ebene: Landesrat Luis Walcher setzt sich gemeinsam mit seiner Trentiner Amtskollegin Giulia Zanotelli und dem Südtiroler Europaabgeordneten Herbert Dorfmann dafür ein, dass autonome Regionen ihre Besonderheiten auch künftig in der Agrarpolitik berücksichtigen können. Entsprechende Vorschläge wurden bereits an die Europäische Union übermittelt.
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