Das Unterland erhebt sich: „Wir sind unteilbar!“

An Brücken, Zäunen und Straßen tauchen deshalb nun Transparente auf. „Das Unterland ist unteilbar!“, „Jetzt ist es nicht mehr heikel“ und „Déjà -vu 1927“ ist darauf zu lesen.
Es sind einfache Leintücher, mit der Hand beschriftet. Doch ihre Botschaft ist deutlicher als jede politische Stellungnahme: Die Menschen wollen nicht länger schweigend zusehen, wie ihre Heimat in Rom zur parteipolitischen Verschiebemasse gemacht wird.
Ein Wahlkreis nach Maß
Die geplanten Grenzen folgen nicht der gewachsenen Einheit des Landes, sondern politischen Interessen. Zurück bliebe ein Wahlkreis, der dem italienischen Mitte-rechts deutlich bessere Chancen bietet.
Das Unterland ist aber kein Rechenbeispiel. Seine Gemeinden sind keine Spielfiguren, die man verschiebt, bis das gewünschte Wahlergebnis herauskommt.
Das Unterland vergisst 1927 nicht
Der Hinweis auf das Jahr 1927 kommt nicht von ungefähr. Damals wurde das Unterland bis auf Leifers und Pfatten trotz seiner mehrheitlich deutschen Bevölkerung der Provinz Trient zugeschlagen. Die politische Grenze wurde damit bewusst weit nördlich der deutschen Sprachgrenze an der Salurner Klause gezogen. Erst 1948 kehrte das Unterland zur Provinz Bozen zurück.
Niemand behauptet, die heutige Wahlkreisverschiebung sei mit der faschistischen Abtrennung gleichzusetzen. Aber wer die Geschichte des Unterlandes kennt, muss verstehen, warum jede neue Zerstückelung alte Wunden berührt.
Die Menschen haben genug
Die Transparente zeigen: Aus Unmut wird Widerstand. Die Unterlandler wollen sich nicht erneut von außen erklären lassen, wo sie politisch hingehören und mit wem sie gemeinsam vertreten werden sollen.
Diese Heimat ist kein Verhandlungsgegenstand zwischen der SVP und ihren Partnern von Fratelli d’Italia. Sie darf nicht gegen Mandate, Mehrheiten oder politische Gefälligkeiten eingetauscht werden.
Die Botschaft von den Straßen ist eindeutig:
Das Unterland gehört zusammen.
Das Unterland lässt sich nicht verschieben.
Das Unterland ist unteilbar.






