Gewerkschaften: „Sicherheit darf kein Zufall sein“

Zwar herrscht auch bei den Gewerkschaften Erleichterung, dass wegen der frühen Uhrzeit eine Katastrophe ausgeblieben ist. Andrea Camera, Sekretär der Fachgewerkschaft Filcams/Lhfd, lenkt den Blick aber auf eine oft übersehene Gruppe: „Auch heute Morgen in den frühen Morgenstunden waren, wie an jedem Arbeitstag, sieben Reinigungskräfte in den Räumlichkeiten des Gerichts anwesend, die Gefahr liefen, in den Einsturz verwickelt zu werden.“ Dass am Ende nur eine Reinigungskraft mit leichten Folgen betroffen war, habe die große Zahl jener unsichtbaren Arbeitskräfte ins Rampenlicht gerückt, die täglich Hunderte Gebäude reinigen und nutzbar machen. Für Camera ist es nicht hinnehmbar, dass diese Menschen erst bei tragischen Ereignissen sichtbar werden.
Auch die Gewerkschaft für den Öffentlichen Dienst von Trient und Bozen betont das Thema Sicherheit. Sie fordert von der Region und dem Ministerium als Arbeitgeber mehr Garantien für die Beschäftigten. Der Einsturz habe sich glücklicherweise zu einer Uhrzeit ereignet, zu der das Personal seinen Dienst noch nicht angetreten hatte, die Tragödie sei nur durch reines Glück vermieden worden. Sicherheit dürfe aber nicht dem Zufall überlassen bleiben, so die Gewerkschaften.
Francesco Sardella von der Gewerkschaft FP/ÖD verweist zudem auf die Verunsicherung unter den Gerichtsbediensteten. Verschärft werde die Lage dadurch, dass das Personal derzeit nicht für Homeoffice ausgerüstet sei. Bei einer bevorstehenden Sitzung der Region sollen nun operative Anweisungen erteilt werden.






