Wenn die Sucht die ganze Familie trifft

Gegründet wird die Gruppe „Seite an Seite“ von einer 49-jährigen Vinschgerin, die anonym bleiben möchte. Sie weiß aus eigener Erfahrung, wovon sie spricht: Ihr Sohn begann mit 16 Jahren, Cannabis zu konsumieren und rutschte immer tiefer in eine Szene, in der zahlreiche illegale Substanzen kursieren. Er brach sogar die Schule ab, berichtet sie. Für die Familie folgte eine Zeit großer Unsicherheit und Ohnmacht. Heute, mit 20 Jahren, hat der Sohn wieder Fuß gefasst „Anfangs glaubten wir als Eltern, das wäre ein für dieses Alter normales ‚Ausprobieren‘“, erzählt die Mutter. „Im Nachhinein muss ich sagen: wir haben die Situation völlig verkannt.“ Man versuche lange, alles allein zu bewältigen, zu helfen und zu retten, aber irgendwann stoße man an Grenzen. Ihr selbst habe es enorm geholfen mit jemandem zu sprechen, der Ähnliches erlebt hat.
Genau das soll die neue Gruppe bieten. Einen geschützten Rahmen, um offen über Belastungen zu sprechen, Erfahrungen zu teilen und Verständnis zu finden. Das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Eltern und Bezugspersonen von Jugendlichen, bei denen eine Abhängigkeit noch nicht klar erkennbar ist. Ziel ist es, wieder Halt und Kraft zu finden und die eigene Selbstfürsorge nicht aus dem Blick zu verlieren.
Das erste Treffen findet am 5. August in Schlanders statt, danach trifft sich die Gruppe jeden ersten Mittwoch im Monat von 19 bis 20.30 Uhr. Interessierte können sich unverbindlich und vertraulich melden.






